Autofahrer in und um Salzburg müssen sich am kommenden Wochenende auf erhebliche Verkehrsbehinderungen und lange Staus einstellen. Grund dafür ist der Schichtwechsel bei den Semesterferien, der zeitgleich mit mehreren Großveranstaltungen und dem Reiseverkehr zu den Olympischen Spielen in Italien stattfindet. Experten von Automobilclubs warnen vor einem der verkehrsreichsten Wochenenden der Wintersaison.
Während für Schüler in Wien und Niederösterreich die Ferien enden, beginnen sie für rund 75.000 Schüler in Salzburg, Kärnten, Tirol, Vorarlberg und dem Burgenland. Dieser massive An- und Abreiseverkehr in die Skigebiete wird durch Urlauber aus dem Ausland zusätzlich verstärkt.
Das Wichtigste in Kürze
- Am Wochenende wird wegen des Semesterferien-Wechsels in Ost- und Westösterreich mit extrem hohem Verkehrsaufkommen gerechnet.
- Zusätzlicher Verkehr entsteht durch Messen in Salzburg und Wels sowie den Reiseverkehr zu den Olympischen Spielen in Italien.
- Der Samstag wird voraussichtlich der staureichste Tag, insbesondere am Vormittag (Anreise) und späten Nachmittag (Abreise).
- Wichtige Transitrouten wie die Tauern- (A10) und Westautobahn (A1) sowie zahlreiche Bundesstraßen im Pinzgau und Pongau sind besonders betroffen.
- Experten raten zu guter Vorbereitung, Geduld und dem Mitführen von Notfallausrüstung wie Decken und Getränken.
Ein Zusammentreffen mehrerer Verkehrsströme
Die Verkehrslage an diesem Wochenende wird durch eine ungewöhnliche Ballung von Ereignissen verschärft. Neben dem klassischen Urlauberwechsel in den Wintersportgebieten sorgen zwei große Publikumsmessen für zusätzlichen Andrang. In der Stadt Salzburg findet die „Bauen+Wohnen“ statt, während in Wels die Motorradmesse „moto-austria“ zahlreiche Besucher anzieht, die überwiegend mit dem Auto anreisen.
Gleichzeitig beginnt der Reiseverkehr zu den Olympischen Winterspielen, die am 6. Februar in Italien eröffnet werden. Dies führt zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen auf allen wichtigen Transitrouten in Richtung Süden. Viele Reisende könnten versuchen, die stark belasteten Inntal- und Brennerautobahnen zu umgehen und stattdessen Routen durch Salzburg nutzen.
Internationaler Reiseverkehr verstärkt die Lage
Nicht nur in Österreich beginnen die Ferien. Auch in Dänemark, Teilen Tschechiens und Frankreichs sowie in den deutschen Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen starten viele Familien in den Winterurlaub. Dieser internationale Reiseverkehr konzentriert sich traditionell auf die österreichischen Alpen und damit auf die Autobahnen und Bundesstraßen in der Region Salzburg.
Verschärfte Grenzkontrollen als Nadelöhr
Ein weiterer Faktor, der die Geduld der Autofahrer auf die Probe stellen wird, sind die verschärften Grenzkontrollen der deutschen Polizei. Insbesondere an den Übergängen Walserberg an der A1 und an der Saalbrücke zwischen Salzburg und Freilassing ist mit Wartezeiten zu rechnen. Diese Kontrollen führen erfahrungsgemäß zu Rückstaus, die sich auf die West- und Tauernautobahn auswirken können.
Prognose: Samstag wird der Hauptkampftag
Verkehrsexperten sind sich einig, dass der Höhepunkt der Reisewelle am Samstag erreicht wird. „Wir erwarten das stärkste Verkehrsaufkommen am Samstag“, erklärt Lena Pfeiffer, Sprecherin des ÖAMTC Salzburg. „Traditionell konzentriert sich die Anreise auf den Vormittag, während die Abreisewelle am späten Nachmittag gegen 16 oder 17 Uhr einsetzt.“
Ab Freitagnachmittag ist bereits mit einer spürbaren Zunahme des Verkehrs zu rechnen. Der Sonntag dürfte im Vergleich zum Samstag etwas ruhiger verlaufen, jedoch bleibt die Staugefahr, besonders bei unvorhergesehenen Ereignissen wie Pannen oder Unfällen, den ganzen Tag über hoch.
Besonders staugefährdete Strecken
Autofahrer sollten auf folgenden Routen besonders viel Zeit einplanen:
- A10 Tauernautobahn: Insbesondere vor dem Tauerntunnel und dem Katschbergtunnel sowie im gesamten Pongau.
- A1 Westautobahn: Vor allem im Bereich des Walserbergs an der Grenze zu Deutschland.
- B99 Katschbergstraße: Eine wichtige Ausweichroute, die schnell überlastet ist.
- B311 Pinzgauer Straße: Die Hauptverbindung zu den Skigebieten im Pinzgau wie Zell am See-Kaprun und Saalbach-Hinterglemm.
- B178 Loferer Straße: Wichtige Verbindung in Richtung Tirol und zum Deutschen Eck.
Vorbereitung ist entscheidend: Tipps von Experten
Um die Fahrt so stressfrei wie möglich zu gestalten, raten Experten zu einer sorgfältigen Planung und Vorbereitung. Unerwartete winterliche Straßenverhältnisse könnten die Situation jederzeit verschärfen.
„Schnee- oder Eisregen erhöhen die Staugefahr erheblich. Ein Unfall oder eine Panne kann bei diesem Verkehrsaufkommen schnell zu stundenlangen Verzögerungen führen“, warnt Pfeiffer.
Günther Frühwirth vom ARBÖ Salzburg empfiehlt, während der Fahrt Ruhe zu bewahren und lieber eine Pause mehr einzulegen. „Hektik und Unruhe im Fahrzeug sind nicht nur unangenehm, sondern können auch zu Unfällen führen, die wiederum neue Staus verursachen.“
Checkliste für die Staureise
Eine gute Vorbereitung kann im Staufall den entscheidenden Unterschied machen. Der ÖAMTC rät, folgende Dinge unbedingt im Auto mitzuführen:
- Ausreichend Getränke: Vor allem Wasser ist wichtig, um hydriert zu bleiben.
- Kleine Snacks: Müsliriegel oder Obst helfen gegen den kleinen Hunger.
- Warme Decken: Bei einem längeren Stillstand bei winterlichen Temperaturen unerlässlich.
- Handyladekabel oder Powerbank: Um erreichbar zu bleiben und Verkehrsinformationen abrufen zu können.
- Unterhaltung für Kinder: Spiele, Musik oder Filme auf einem Tablet mit Kopfhörern können die Stimmung im Auto deutlich verbessern.
Es wird zudem dringend empfohlen, sich vor und während der Fahrt laufend über die aktuelle Verkehrslage zu informieren. Dienste wie der Ö3-Verkehrsservice oder Echtzeit-Daten in Navigations-Apps können dabei helfen, die schlimmsten Staupunkte möglicherweise zu umfahren, auch wenn Ausweichrouten bei einer derart angespannten Lage ebenfalls schnell an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen.





