An den Park-and-Ride-Anlagen der Salzburger Lokalbahn in Oberndorf und Anthering wird ab den Semesterferien eine neue Regelung eingeführt. Das kostenlose Parken wird künftig ausschließlich für Fahrgäste des öffentlichen Verkehrs möglich sein, um der zunehmenden Zweckentfremdung der Stellplätze entgegenzuwirken. Betreiber reagieren damit auf die wachsende Zahl von Dauerparkern, die keine Öffi-Tickets nutzen.
Das Wichtigste in Kürze
- Ab den Semesterferien gilt an den P&R-Anlagen in Oberndorf und Anthering ein neues Parksystem.
- Kostenloses Parken ist dann nur noch in Verbindung mit einem gültigen Ticket für den öffentlichen Verkehr möglich.
- Die Maßnahme soll sicherstellen, dass die Parkplätze für Pendler und Öffi-Nutzer frei bleiben.
- Immer mehr Autofahrer hatten die Anlagen als kostenlose Dauerparkplätze genutzt, ohne die Bahn zu verwenden.
Das Problem: Kostenlose Parkplätze zweckentfremdet
Park-and-Ride-Anlagen sind ein zentraler Baustein der Mobilitätsstrategie in der Region Salzburg. Sie sollen Autofahrern den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel erleichtern und so den Verkehr in der Stadt Salzburg entlasten. Doch das System funktioniert nur, wenn die Parkplätze auch für den vorgesehenen Zweck genutzt werden.
In den vergangenen Monaten hat sich jedoch an den beliebten Standorten entlang der Lokalbahn, insbesondere in Oberndorf und Anthering, ein Problem verschärft. Immer mehr Autofahrer stellten ihre Fahrzeuge ganztägig ab, ohne anschließend die Bahn zu nutzen. Die Stellplätze wurden als kostenlose Alternative zu gebührenpflichtigen Parkplätzen in den Gemeinden oder am Arbeitsplatz missbraucht.
Pendler finden keinen Platz mehr
Für die eigentliche Zielgruppe – die Pendler – wurde die Situation zunehmend frustrierend. Wer morgens zur Arbeit nach Salzburg fahren wollte und auf die Lokalbahn umsteigen wollte, fand oft keinen freien Parkplatz mehr. „Das untergräbt den Sinn und Zweck einer P&R-Anlage“, erklärt ein Sprecher der Salzburg Linien. „Unsere treuen Kunden, die bewusst auf den öffentlichen Verkehr setzen, werden dadurch benachteiligt.“
Was ist Park and Ride (P&R)?
Das Konzept „Parken und Reisen“ (Park and Ride) zielt darauf ab, den Individualverkehr in städtischen Zentren zu reduzieren. Autofahrer können ihr Fahrzeug auf speziell dafür vorgesehenen Parkplätzen am Stadtrand oder an Verkehrsknotenpunkten abstellen und ihre Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln wie Bahn, Bus oder Straßenbahn fortsetzen. Dies reduziert Staus, Lärm und Luftverschmutzung in den Innenstädten.
Die Lösung: Ein neues System für P&R-Anlagen
Um die Verfügbarkeit von Parkplätzen für Öffi-Nutzer wieder zu gewährleisten, führen die Betreiber nun ein Kontrollsystem ein. Mit Beginn der Semesterferien wird das Parken in Oberndorf und Anthering an die Nutzung eines gültigen Fahrscheins gekoppelt. Wer sein Auto hier abstellt, muss nachweisen können, dass er auch Fahrgast der Lokalbahn ist.
„Wir wollen sicherstellen, dass dieser Service denen zugutekommt, für die er gedacht ist: unseren Fahrgästen. Es geht nicht darum, Einnahmen zu generieren, sondern darum, Fairness zu schaffen und die Funktionalität des Systems zu erhalten.“
Wie funktioniert das neue System?
Die genaue technische Umsetzung wird noch finalisiert, doch das Prinzip ist klar: Das Parkticket oder die Einfahrtberechtigung wird an das Öffi-Ticket gekoppelt sein. Denkbar sind Systeme, bei denen das Parkticket am Bahnhof entwertet werden muss oder digitale Lösungen über eine App, bei der ein gültiger Fahrschein hinterlegt wird. Autofahrer ohne gültiges Öffi-Ticket müssen künftig mit Parkgebühren rechnen oder können die Anlage nicht mehr nutzen.
Fakten zu P&R in Salzburg
- Ziel: Reduzierung des Pendlerverkehrs in die Stadt Salzburg.
- Standorte: Entlang wichtiger Einfallstraßen und Bahnlinien wie der S-Bahn und der Salzburger Lokalbahn.
- Problem: Hohe Auslastung durch Dauerparker und Nicht-Öffi-Nutzer.
- Neue Maßnahme: Kopplung des kostenlosen Parkens an ein gültiges Öffi-Ticket.
Auswirkungen für Autofahrer und Pendler
Für die Mehrheit der Nutzer, die Pendler, ändert sich im Grunde wenig – außer, dass sie hoffentlich wieder verlässlich einen Parkplatz finden. Sie müssen lediglich ihr Öffi-Ticket bereithalten, um die Parkberechtigung nachzuweisen. Die Maßnahme richtet sich gezielt gegen jene, die das System bisher ausgenutzt haben.
Langzeitparker, Anrainer oder Mitarbeiter umliegender Betriebe, die die P&R-Anlagen als Gratisparkplatz genutzt haben, müssen sich eine Alternative suchen. Die Gemeinden hoffen, dass dadurch der Druck auf die Anlagen nachlässt und der Umstieg auf die Lokalbahn wieder attraktiver wird.
Ein Trend in der gesamten Region?
Das Problem der Zweckentfremdung von P&R-Anlagen ist kein Einzelfall. Auch an anderen Verkehrsknotenpunkten im Bundesland und in ganz Österreich kämpfen Betreiber mit ähnlichen Herausforderungen. Die Einführung von Kontrollsystemen, wie sie jetzt in Oberndorf und Anthering umgesetzt wird, könnte daher als Pilotprojekt für weitere Standorte dienen.
Die Verkehrspolitik setzt stark auf die Kombination von Individualverkehr und öffentlichen Verkehrsmitteln. Funktionierende und verfügbare P&R-Anlagen sind dafür eine entscheidende Voraussetzung. Die neuen Regelungen sind ein wichtiger Schritt, um die Effizienz dieser Infrastruktur langfristig zu sichern und einen Anreiz für eine umweltfreundliche Mobilität zu schaffen.





