Wenn am 31. Oktober wieder Hexen, Geister und Vampire durch Salzburgs Straßen ziehen, steht der Gruselspaß im Vordergrund. Doch die zunehmende Dunkelheit und dunkle Kostüme bergen Risiken im Straßenverkehr. Mit einfachen Vorkehrungen können sowohl kleine „Süßes oder Saures“-Sammler als auch erwachsene Feiernde dafür sorgen, dass die Nacht ohne echte Schreckmomente verläuft.
Besonders für Kinder, die in der Dämmerung unterwegs sind, ist Sichtbarkeit das oberste Gebot. Aber auch Autofahrer und Partygäste tragen eine große Verantwortung. Experten geben konkrete Ratschläge, wie Halloween für alle Beteiligten sicher bleibt.
Das Wichtigste in Kürze
- Sichtbarkeit erhöhen: Reflektierende Materialien und Lichter an Kostümen sind entscheidend, um von Autofahrern rechtzeitig gesehen zu werden.
- Autofahren in Kostüm: Verkleidungen sind am Steuer erlaubt, solange sie Sicht, Gehör und Bewegungsfreiheit nicht einschränken. Bei Verstößen drohen hohe Strafen.
- Alkohol am Steuer: Auch geringe Mengen Alkohol erhöhen das Unfallrisiko. Die Gefahr von Restalkohol am nächsten Morgen wird oft unterschätzt.
- Sichere Routen planen: Für den „Süßes oder Saures“-Rundgang sollten gut beleuchtete und verkehrsberuhigte Wege gewählt werden.
Die größte Gefahr: Mangelnde Sichtbarkeit
Der wohl größte Risikofaktor in der Halloween-Nacht ist die schlechte Erkennbarkeit von Fußgängern, insbesondere von Kindern. Viele beliebte Kostüme wie Vampir, Hexe oder Ninja sind traditionell dunkel gehalten. In der Dämmerung oder bei schlechter Straßenbeleuchtung verschmelzen sie mit der Umgebung und werden für Autofahrer zu einer unsichtbaren Gefahr.
Schon einfache Maßnahmen können hier einen lebensrettenden Unterschied machen. Reflektierende Bänder, die an Armen und Beinen befestigt werden, oder spezielle Aufkleber für Kleidung und Taschen werfen das Scheinwerferlicht von Fahrzeugen zurück und machen die Person weithin sichtbar.
Kreative Lösungen für mehr Sicherheit
Sicherheitszubehör muss den Gruselfaktor nicht mindern. Es lässt sich kreativ in die Verkleidung integrieren:
- Leuchtende Accessoires: Blinkende Anstecker, leuchtende Armbänder oder LED-Ketten können Teil des Kostüms werden – etwa als magischer Zauberstab oder futuristisches Alien-Detail.
- Taschenlampen und Laternen: Eine mitgeführte Taschenlampe leuchtet nicht nur den Weg aus, sondern macht die Gruppe auch für andere Verkehrsteilnehmer sichtbar. Selbstgebastelte Laternen können den gleichen Zweck erfüllen.
- Helle Kostümelemente: Ein weißes Geister-Laken ist von Natur aus besser sichtbar als ein schwarzer Umhang. Vielleicht lässt sich das Kostüm um helle oder neonfarbene Akzente ergänzen.
Hintergrund: Die Wahl der richtigen Route
Eltern sollten die Route für den „Süßes oder Saures“-Rundgang im Voraus planen. Bevorzugen Sie Straßen in Wohngebieten mit Gehwegen, guter Beleuchtung und idealerweise Tempo-30-Zonen. Hauptverkehrsstraßen sollten gemieden werden. Kleinere Kinder sollten immer von einem Erwachsenen begleitet werden.
Verkleidet am Steuer: Was ist erlaubt?
Auch viele Erwachsene genießen es, sich an Halloween zu verkleiden, oft auch auf dem Weg zur Party. Doch was gilt, wenn man kostümiert Auto fährt? Grundsätzlich ist es nicht verboten, sich verkleidet hinter das Steuer zu setzen, doch es gibt klare gesetzliche Grenzen.
Das Kraftfahrgesetz schreibt vor, dass die Handlungsfähigkeit des Fahrers zu keiner Zeit beeinträchtigt sein darf. Das betrifft sowohl die Bewegungsfreiheit als auch die Sinneswahrnehmung.
„Grundsätzlich spricht nichts dagegen, kostümiert mit dem Auto zu fahren. Es ist nur darauf zu achten, dass die maximale Beweglichkeit und Fußfreiheit gegeben sind.“
Masken, große Perücken oder sperrige Kostümteile, die das Sichtfeld einschränken, das Gehör dämpfen oder das Lenken und die Bedienung der Pedale behindern, sind tabu. Wer dagegen verstößt, riskiert nicht nur die eigene Sicherheit und die anderer, sondern auch empfindliche Strafen.
Strafen bei Verstößen
Die Bußgelder für das Fahren mit unzulässiger Verkleidung können erheblich sein. Während es in einfachen Fällen bei einem Verwarngeld bleiben kann, sind bei einer Gefährdung anderer Verkehrsteilnehmer theoretisch Strafen von bis zu 10.000 Euro möglich. Kommt es zu einem Unfall, kann die Versicherung zudem die Leistung verweigern.
Die unterschätzte Gefahr: Alkohol und Restalkohol
Halloween ist für viele ein Anlass zum Feiern, und oft ist dabei auch Alkohol im Spiel. Die Regel „Wer trinkt, fährt nicht“ gilt uneingeschränkt. Schon unter der gesetzlichen Grenze von 0,5 Promille ist die Reaktionsfähigkeit nachweislich eingeschränkt, was das Unfallrisiko deutlich erhöht.
Besonders tückisch ist der sogenannte Restalkohol. Der Körper baut durchschnittlich nur etwa 0,1 Promille pro Stunde ab. Wer am späten Abend viel trinkt und nur wenige Stunden schläft, ist am nächsten Morgen oft noch nicht wieder fahrtüchtig, auch wenn er sich vielleicht so fühlt.
Planung ist alles
Die beste Strategie ist, die Heimfahrt im Voraus zu organisieren. Nutzen Sie Taxis, öffentliche Verkehrsmittel oder bilden Sie Fahrgemeinschaften, bei denen der Fahrer konsequent auf Alkohol verzichtet. So stellen Sie sicher, dass die Halloween-Party nicht mit einem Führerscheinverlust oder Schlimmerem endet.
Checkliste für eine sichere Halloween-Nacht
Damit der Gruselspaß im Vordergrund bleibt, sollten alle Beteiligten – Fußgänger, Autofahrer und Feiernde – einige grundlegende Regeln beachten.
Für Kinder und Fußgänger:
- Sichtbar sein: Helle Kleidung, Reflektoren und Leuchtelemente verwenden.
- Freie Sicht und freies Gehör: Kostüme wählen, die das Sehen und Hören nicht behindern.
- Licht mitnehmen: Taschenlampen oder Laternen erhellen den Weg und machen aufmerksam.
- Sichere Wege nutzen: Gut beleuchtete Straßen mit Gehwegen bevorzugen.
- In der Gruppe bleiben: Gemeinsam ist man sicherer und besser sichtbar.
Für Autofahrer:
- Geschwindigkeit reduzieren: Besonders in Wohngebieten langsam und vorausschauend fahren.
- Aufmerksamkeit erhöhen: Stets bremsbereit sein und den Straßenrand genau beobachten.
- Ablenkung vermeiden: Handy und laute Musik haben jetzt nichts im Auto verloren.
- Sicher einparken: Nicht auf Gehwegen oder an unübersichtlichen Stellen parken.
Ein rücksichtsvolles Miteinander im Straßenverkehr sorgt dafür, dass die Halloween-Nacht in Salzburg für alle zu einem unvergesslichen und vor allem sicheren Erlebnis wird. Denn der einzige Schrecken sollte von den fantasievollen Kostümen und den geschnitzten Kürbissen ausgehen.





