Der Name Rupert ist in Salzburg untrennbar mit der Identität der Region verbunden. Als Name des Landespatrons, des Heiligen Rupert, prägt er die Geschichte und Kultur. Doch während der Heilige allgegenwärtig bleibt, ist sein Name bei Neugeborenen heute eine Seltenheit geworden. Eine Spurensuche nach einem Namen, der einst für Ruhm und Glanz stand und heute vor allem Tradition verkörpert.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Heilige Rupert ist der Schutzpatron des Bundeslandes Salzburg und gilt als Gründer der Stadt.
- Der Name Rupert bedeutet „der durch Ruhm Glänzende“ und hat althochdeutsche Wurzeln.
- Obwohl historisch bedeutend, gehört Rupert heute zu den selten vergebenen Vornamen in Österreich.
- Der Rupertikirtag am 24. September ist ein zentrales Volksfest, das das Erbe des Heiligen lebendig hält.
Wer war der Heilige Rupert?
Um die Bedeutung des Namens zu verstehen, muss man die Geschichte des Mannes dahinter kennen. Der Heilige Rupert von Salzburg, dessen Gedenktag am 24. September gefeiert wird, war eine Schlüsselfigur in der Entwicklung der Region. Er wirkte Ende des 7. und Anfang des 8. Jahrhunderts als Bischof und Missionar.
Ursprünglich stammte Rupert aus einer adligen Familie, wahrscheinlich aus Worms im heutigen Deutschland. Auf Einladung des bayerischen Herzogs Theodo II. kam er in die Region, um das Christentum wiederzubeleben. Er fand die Überreste der römischen Stadt Iuvavum vor und erkannte ihr Potenzial.
Die Gründung von Salzburg
Rupert gilt als der eigentliche Gründer des heutigen Salzburgs. Er gründete das Kloster St. Peter, das als ältestes Kloster im deutschsprachigen Raum mit ununterbrochener Kontinuität gilt, sowie das Frauenkloster auf dem Nonnberg. Diese beiden Gründungen bildeten den Kern, aus dem sich die Stadt Salzburg entwickelte.
Der Patron des Salzes
Ein entscheidender Faktor für den Aufstieg Salzburgs war der Salzhandel. Rupert erhielt vom Herzog die Salinen in Reichenhall und erneuerte den Salzabbau. Das „weiße Gold“ wurde zur wirtschaftlichen Grundlage für das Bistum und brachte der Stadt Reichtum und Einfluss. Deshalb wird der Heilige Rupert oft mit einem Salzfass als Attribut dargestellt – ein Symbol für den Wohlstand, den er der Region brachte.
Die Bedeutung und Herkunft des Namens Rupert
Der Name Rupert hat tiefe germanische Wurzeln. Er leitet sich von den althochdeutschen Wörtern „hruod“ (Ruhm) und „beraht“ (glänzend, strahlend) ab. Die Bedeutung lässt sich also als „der durch Ruhm Glänzende“ oder „der Ruhmreiche“ übersetzen. Diese kraftvolle Bedeutung spiegelte den Status und die Hoffnungen wider, die Eltern einst mit diesem Namen für ihre Söhne verbanden.
Rupert Bachler aus Köstendorf, der selbst diesen Namen trägt, erklärt seine persönliche Verbindung dazu: „Rupert, das kommt von ruhmreich. Schon als Kind war ich fasziniert von diesem Namen. Wenn ich in der Kirche war, habe ich die Statuen von Rupert und Virgil betrachtet und war schon immer sehr stolz.“
„Die Namen unserer Heiligen wie Rupert und Virgil waren früher sehr präsent. Heute sind sie eher ein Stück gelebte Geschichte als eine Wahl für die nächste Generation.“
Die Popularität des Namens im Wandel der Zeit
In früheren Jahrhunderten war Rupert ein durchaus verbreiteter Name, besonders in katholischen Regionen wie Salzburg und Bayern. Eltern benannten ihre Söhne nach dem verehrten Landespatron in der Hoffnung auf Schutz und Segen. Doch die Namensmoden haben sich geändert.
Statistiken zeigen den Rückgang
Ein Blick auf die Vornamensstatistiken der letzten Jahrzehnte zeigt einen klaren Trend. Während traditionelle Namen wie Maximilian, Paul oder Jakob eine Renaissance erleben, bleiben Namen wie Rupert, Virgil oder Wolfgang Nischennamen.
Rupert in Zahlen
Laut Statistik Austria wurde der Name Rupert in den letzten Jahren nur noch sehr selten an Neugeborene vergeben. Im Jahr 2022 tauchte er nicht in den Top 100 der beliebtesten Jungennamen auf. Im Vergleich dazu wurden Namen wie Felix oder Leon jeweils über 500 Mal vergeben.
Dieser Wandel hat mehrere Gründe. Zum einen bevorzugen Eltern heute oft international klingende oder kürzere Namen. Zum anderen werden alte, traditionelle Namen manchmal als altmodisch empfunden. Namen wie Rupert tragen eine starke historische und religiöse Konnotation, die in einer säkularer werdenden Gesellschaft an Bedeutung verliert.
Das Erbe Ruperts in Salzburg heute
Auch wenn der Vorname selten geworden ist, ist das Erbe des Heiligen Rupert in Salzburg allgegenwärtig. Sein Wirken hat die Stadt und das Land nachhaltig geformt und ist bis heute sichtbar und spürbar.
Der Rupertikirtag: Ein Fest für den Landespatron
Das wohl lebendigste Zeugnis der Verehrung ist der jährlich stattfindende Rupertikirtag. Rund um den 24. September verwandeln sich die Plätze um den Salzburger Dom in einen der größten und traditionsreichsten Jahrmärkte Österreichs. Das Fest zieht jedes Jahr über 100.000 Besucher an.
Der Kirtag ist eine Mischung aus Volksfest, traditionellem Handwerk und kirchlichen Feierlichkeiten. Er ist ein fester Bestandteil des Salzburger Jahreskreises und hält die Erinnerung an den Stadtgründer für alle Generationen lebendig.
- Traditionelle Fahrgeschäfte: Vom historischen Kettenkarussell bis zum Riesenrad.
- Handwerkskunst: Töpfer, Korbflechter und andere Handwerker zeigen ihr Können.
- Kulinarische Spezialitäten: Regionale Schmankerl prägen das Angebot.
- Gottesdienste: Im Salzburger Dom finden feierliche Gottesdienste zu Ehren des Heiligen statt.
Orte und Kunstwerke
Neben dem Kirtag erinnern zahlreiche Orte und Kunstwerke an den Heiligen. Der Salzburger Dom beherbergt seine Reliquien. Zahlreiche Kirchen im ganzen Land sind ihm geweiht, wie etwa die Kirche in Seekirchen am Wallersee, deren Gründung auf ihn zurückgeht.
Auch in der Kunst ist er präsent. Ein bekanntes Beispiel ist ein Ölgemälde von Paul Troger aus dem Jahr 1750, das den Heiligen Rupert über der Stadt Salzburg schwebend zeigt, begleitet von einem Engel und mit dem charakteristischen Salzkübel in der Hand. Solche Darstellungen haben das Bild des Heiligen über Jahrhunderte geprägt.
Obwohl der Name Rupert heute seltener in den Geburtsregistern zu finden ist, bleibt seine Bedeutung für Salzburg ungebrochen. Er ist mehr als nur ein Name – er ist ein Symbol für die Wurzeln, die Kultur und die Identität einer ganzen Region.





