Nach einer siebenmonatigen Sperre öffnete das Paracelsusbad in Salzburg am Freitag seine Türen für einen exklusiven Probebetrieb. Rund 200 Badegäste konnten erstmals wieder ohne Sicherheitsnetz schwimmen. Die Freude wurde jedoch durch ein neues, kleines technisches Problem getrübt: Wasser tropfte von der Decke über dem Entspannungsbecken.
Das Wichtigste in Kürze
- Nach sieben Monaten Sanierung fand im Paracelsusbad ein Probebetrieb für 200 Gäste statt.
- Ein neues Leck an einem Trinkwasserrohr in der Decke wurde während des Probelaufs entdeckt.
- Die Betreiber versichern, das Problem sei geringfügig und werde bis zur offiziellen Eröffnung am kommenden Freitag behoben.
- Die Geschichte des Bades ist von Pannen geprägt, darunter rostende Schrauben und ein herabfallendes Deckenteil im Jahr 2023.
- Die Reaktionen der ersten Badegäste reichen von Freude bis hin zu Kritik an der Pannenserie.
Ein holpriger Neustart im Kurgarten
Die Erleichterung war bei vielen der 200 geladenen Gäste spürbar. Nach monatelanger Wartezeit konnten sie am Freitag endlich wieder die Becken des modernen Paracelsusbades nutzen. Die aufwendige Sanierung der Deckenkonstruktion ist abgeschlossen, das große Sicherheitsnetz, das monatelang zum Schutz der Badenden gespannt war, ist verschwunden. Doch die Generalprobe verlief nicht ganz reibungslos.
Ausgerechnet über dem Entspannungsbecken bemerkten aufmerksame Besucher Tropfen, die von der Decke fielen. Die Ursache war schnell gefunden: eine defekte Dichtung an einem Trinkwasserrohr. Betriebsleiter Sönke Eckl-Henningsen bemühte sich umgehend um Aufklärung und Beruhigung.
„Es handelt sich um ein kleines Problem, das durch die lange Stillstandszeit bedingt ist. Wir werden die kaputte Dichtung noch heute tauschen“, erklärte Eckl-Henningsen.
Er betonte, dass keinerlei Sicherheitsbedenken bestünden. „Wir kennen die Zertifikate, wir kennen die Abnahmen und wir sind überzeugt davon, dass es sicher ist.“ Die vollständige Behebung des Schadens sei bis zur offiziellen Wiedereröffnung in einer Woche fest eingeplant.
Eine Chronologie der Pannen
Das Paracelsusbad, das im Oktober 2019 eröffnet wurde und rund 60 Millionen Euro kostete, hat eine bemerkenswert turbulente Geschichte hinter sich. Die Probleme begannen bereits wenige Jahre nach der Eröffnung.
- Oktober 2019: Feierliche Eröffnung des Bades am Standort des alten Hallenbads.
- Juli 2023: Erste Schließung des Badebereichs. Der Grund: Schrauben in der Deckenkonstruktion rosteten aufgrund der hohen Luftfeuchtigkeit, ein Teil der Decke löste sich und fiel herab.
- September 2024 (Annahme: gemeint ist 2023): Provisorische Wiedereröffnung mit einem großen Sicherheitsnetz unter der Decke.
- April 2024: Erneute vollständige Schließung für die endgültige Sanierung der Decke und die Behebung eines Lecks an der Fassade.
- Mai/Juni 2024: Probebetrieb vor der offiziellen Wiedereröffnung.
Stimmen der Badegäste: Zwischen Freude und Frust
Die Stimmung unter den ersten Besuchern war gemischt. Einerseits überwog die Freude, das architektonisch ansprechende Bad wieder nutzen zu können. „Wir sind so froh, dass es jetzt endlich geklappt hat und dass es wieder ein schönes Schwimmbad gibt“, sagte die Salzburgerin Claudia Stickler, die eine der begehrten Eintrittskarten für den Probetag ergattert hatte.
Andererseits mischte sich in die Freude auch Unverständnis und Kritik an der langen Mängelliste eines so teuren und neuen Bauwerks. „Fast ein bisschen peinlich“, kommentierte Badegast Thomas Winkler die Situation. „Bei einem Neubau sollte man erwarten, dass alle Fachleute wissen, welche Materialien da verbaut werden.“ Diese Meinung spiegelt die öffentliche Diskussion wider, die das Projekt seit der ersten Schließung begleitet.
Management blickt optimistisch in die Zukunft
Trotz des erneuten kleinen Rückschlags zeigen sich die Verantwortlichen zuversichtlich. Die Geschäftsführerin Beate Kassner versicherte, dass der ursprüngliche Zustand des Bades wiederhergestellt sei. „Man hat den Zustand wiederhergestellt, hat die Schrauben ausgetauscht und von daher ist der Standard natürlich wieder gegeben“, so Kassner.
Zahlen und Fakten zum Paracelsusbad
- Gesamtkosten: 60 Millionen Euro
- Eröffnung: Oktober 2019
- Erste Schließung: Juli 2023 (nach 3,5 Jahren Betrieb)
- Dauer der letzten Sanierung: 7 Monate
- Teilnehmer am Probebetrieb: 200 Personen
Die Betreiber versprachen am Freitag, dass weitere Schließungen für Sanierungsarbeiten nun nicht mehr notwendig sein werden. Die ausgetauschten Schrauben und die reparierte Deckenkonstruktion sollen dem feuchten Klima eines Hallenbades nun dauerhaft standhalten.
Offizielle Eröffnung in einer Woche geplant
Der Probebetrieb diente dazu, alle technischen Anlagen unter realen Bedingungen zu testen und letzte Schwachstellen vor dem offiziellen Start zu identifizieren. Das kleine Leck am Freitag wird nun als Teil dieses Testlaufs verbucht und soll die geplante Wiedereröffnung nicht gefährden.
Die Salzburgerinnen und Salzburger hoffen nun, dass die Pannenserie damit endgültig ein Ende hat und sie ihr modernes Stadtbad ab nächster Woche wieder uneingeschränkt und ohne Sorgen genießen können. Die offizielle Wiedereröffnung für die Allgemeinheit ist für den kommenden Freitag geplant. Dann wird sich zeigen, ob das Paracelsusbad seine turbulente Vergangenheit hinter sich lassen kann.





