Im Bundesland Salzburg sind derzeit 1.330 Hektar an gewidmetem, aber noch unbebautem Bauland verfügbar. Diese Fläche entspricht in etwa der Größe des Wolfgangsees und birgt ein erhebliches Potenzial für die Schaffung von Wohnraum und die Entwicklung von Wirtschaftsstandorten. Eine aktuelle Erhebung des Landes zeigt die Verteilung dieser Reserven und die Wirkung neuer politischer Instrumente.
Die Landesregierung betont, dass ein sparsamer Umgang mit diesen wertvollen Flächen im Vordergrund steht. Gleichzeitig sollen Maßnahmen wie der Infrastruktur-Bereitstellungsbeitrag (IBB) dafür sorgen, dass Grundstücke mobilisiert und Spekulationen entgegengewirkt wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Im Bundesland Salzburg gibt es 1.330 Hektar gewidmete, aber unbebaute Baulandreserven.
- Zwei Drittel der Flächen sind für den Wohnbau vorgesehen, ein Drittel für Betriebsgebiete.
- Der Flachgau verfügt mit 433 Hektar über das größte Potenzial, die Stadt Salzburg mit 52 Hektar über das geringste.
- Der 2023 eingeführte Infrastruktur-Bereitstellungsbeitrag (IBB) hat zu einer Mobilisierung von Grundstücken geführt und den Gemeinden Einnahmen von über zwei Millionen Euro im ersten Jahr gebracht.
- Mehr als 85 Prozent der vom IBB ausgenommenen Flächen entfallen auf angemeldeten Eigenbedarf für Familien.
Salzburgs Boden: Eine knappe Ressource
Das Bundesland Salzburg erstreckt sich über eine Fläche von rund 7.154 Quadratkilometern. Aufgrund der alpinen Landschaft ist jedoch nur ein kleiner Teil davon für die Besiedlung geeignet. Etwa ein Fünftel, rund 1.430 Quadratkilometer, steht als Dauersiedlungsraum zur Verfügung.
Auf dieser begrenzten Fläche müssen alle Lebensbereiche Platz finden: Wohnen, Arbeiten, Bildung, Verkehr und Freizeit. Die effiziente Nutzung des Bodens ist daher eine zentrale Herausforderung für die Raumplanung. Die aktuell ausgewiesenen 1.330 Hektar an Baulandreserven sind ein entscheidender Faktor für die zukünftige Entwicklung des Landes.
Potenzial für Wohnraum und Wirtschaft
Die verfügbaren Flächen teilen sich klar auf: Zwei Drittel sind als Wohnbauland gewidmet, während ein Drittel für die Ansiedlung von Betrieben vorgesehen ist. Rechnerisch könnten auf diesen Flächen tausende neue Wohneinheiten entstehen.
Wohnpotenzial der Baulandreserven
Theoretisch wäre auf den unbebauten Grundstücken Platz für:
- rund 71.500 Wohnungen
- oder 34.800 Reihenhäuser
- oder 18.800 Einfamilienhäuser
Landesrat Martin Zauner unterstreicht jedoch die Notwendigkeit einer ausgewogenen Nutzung. „Theoretisch könnte man rund 71.500 Wohnungen auf der Fläche errichten. In der Praxis brauchen wir die Grundstücke aber auch, um unseren Wirtschaftsstandort nachhaltig abzusichern und zu entwickeln“, so Zauner. Er fügt hinzu: „Das Ziel ist klar: Wir müssen mit dem bereits gewidmeten Bauland sehr bedacht und sparsam umgehen.“
Neues Instrument zur Mobilisierung von Bauland
Um zu verhindern, dass gewidmetes Bauland über Jahre ungenutzt bleibt, hat das Land Salzburg 2023 den sogenannten Infrastruktur-Bereitstellungsbeitrag (IBB) eingeführt. Dieser Beitrag soll Eigentümer von unbebauten, aber gewidmeten Grundstücken dazu anregen, diese entweder zu bebauen oder dem Markt zur Verfügung zu stellen.
„Die vorliegenden Zahlen zeigen, dass sich unsere Initiativen der vergangenen zweieinhalb Jahre bewährt haben. Ein wesentlicher Hebel hier war der Infrastruktur-Bereitstellungsbeitrag“, betont Landesrat Martin Zauner.
Die Maßnahme zeigt bereits erste Wirkungen. Im Jahr 2025 wurden rund zehn Hektar Bauland wieder in Grünland rückgewidmet, davon sieben Hektar, die ursprünglich für den Wohnbau vorgesehen waren. Dies entlastet die Gemeinden und reduziert den Druck zur Erschließung neuer Flächen.
Finanzielle Mittel für leistbares Wohnen
Der IBB ist nicht nur ein Steuerungsinstrument, sondern auch eine Einnahmequelle für die Gemeinden. Im Einführungsjahr 2023 nahmen die Salzburger Gemeinden durch den Beitrag mehr als zwei Millionen Euro ein. Diese Mittel sind zweckgebunden und müssen direkt in Maßnahmen für leistbares Wohnen oder in Baulandsicherungsmodelle investiert werden.
„Die Gemeinden haben mit diesem Instrument beispielsweise 2023 mehr als zwei Millionen Euro eingenommen und diese zweckgebunden in leistbares Wohnen und Baulandsicherungsmodelle investiert“, erklärt Zauner. Damit fließt das Geld direkt zurück in die Schaffung von Wohnraum für die lokale Bevölkerung.
Eigenbedarf schlägt Spekulation
Ein häufig geäußerter Vorwurf in der Debatte um Bauland ist, dass große Investoren Grundstücke als Spekulationsobjekte horten. Die Daten aus Salzburg zeichnen jedoch ein anderes Bild. Der IBB sieht Ausnahmen vor, insbesondere für den sogenannten Eigenbedarf.
Eigentümer können Flächen von der Abgabe befreien lassen, wenn sie diese für den eigenen Wohnbedarf oder für den ihrer Kinder und Enkelkinder zurückhalten. Pro berechtigter Person können bis zu 700 Quadratmeter angemeldet werden.
Was bedeutet Eigenbedarf?
Meldet ein Eigentümer Eigenbedarf an, signalisiert er der Gemeinde, dass das Grundstück für den Bau eines Eigenheims für sich selbst, seine Kinder oder Enkelkinder vorgesehen ist. Diese Flächen sind vom Infrastruktur-Bereitstellungsbeitrag ausgenommen, da sie der familiären Vorsorge dienen und nicht der Spekulation.
Die Zahlen zeigen, dass diese Regelung intensiv genutzt wird. „Mehr als 85 Prozent der vom IBB ausgenommenen Flächen entfallen auf Eigenbedarf“, so Zauner. Für ihn ist das ein klares Indiz für die breit gestreute Eigentumsverteilung in Salzburg. „Durch diese Vorsorgeflächen können heimische Familien ihren Traum vom Eigenheim erfüllen. Der oft ins Spiel gebrachte Vorwurf des ‚bösen‘ Spekulanten führt ins Leere“, ergänzt der Landesrat.
Regionale Verteilung der Baulandreserven
Die 1.330 Hektar an unbebautem Bauland sind ungleich über die Bezirke des Landes verteilt. Das größte Potenzial liegt erwartungsgemäß im bevölkerungsreichen Flachgau, während die Landeshauptstadt selbst nur noch über geringe Reserven verfügt.
Die Verteilung im Detail:
- Flachgau: 433 Hektar (etwas kleiner als die Stadtgemeinde Oberndorf)
- Pinzgau: 318 Hektar (etwas kleiner als die Marktgemeinde Schwarzach im Pongau)
- Pongau: 259 Hektar (etwas kleiner als der Fuschlsee)
- Tennengau: 157 Hektar (etwas größer als der Stadtteil Gnigl)
- Lungau: 111 Hektar (etwas kleiner als der Stadtteil Taxham)
- Stadt Salzburg: 52 Hektar (etwas größer als der Stadtteil Mülln)
Laut Zauner konnte durch die Maßnahmen des Landes, insbesondere den IBB, der starke Anstieg der Reserven in Bezirken wie dem Tennengau und dem Pinzgau in den letzten Jahren gestoppt werden. Die Entwicklung wird durch ein neues digitales Dashboard der Landesverwaltung überwacht, um Prozesse transparenter und effizienter zu gestalten.





