Die Tiroler Saxofonistin Yvonne Moriel wird zur zentralen Figur des Herbstprogramms im renommierten Salzburger Jazzit. Mit drei unterschiedlichen musikalischen Projekten zeigt die aufstrebende Musikerin ihre stilistische Bandbreite, die von tanzbaren Club-Sounds bis hin zu anspruchsvollem Kammerjazz reicht und die moderne Jazzszene bereichert.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Saxofonistin Yvonne Moriel ist die prägende Künstlerin im Herbstprogramm des Salzburger Jazzit.
- Sie wird mit drei verschiedenen Formationen auftreten und ihre musikalische Vielseitigkeit präsentieren.
- Ihr Stil verbindet Elemente aus Kammerjazz, Hip-Hop, Dub und elektronischer Clubmusik.
- Die Konzerte bieten einen Einblick in die junge, dynamische österreichische Jazzszene.
Eine Künstlerin mit vielen Facetten
Yvonne Moriel, ursprünglich aus Tirol stammend, hat sich in der österreichischen Musikszene schnell einen Namen gemacht. Ihre Fähigkeit, Genregrenzen mühelos zu überschreiten, macht sie zu einer der spannendsten Stimmen ihrer Generation. Anstatt sich auf einen einzigen Stil festzulegen, erkundet sie die klanglichen Möglichkeiten ihres Instruments in verschiedensten Kontexten.
Dieser musikalische Entdeckergeist spiegelt sich in ihrer Entscheidung wider, im Jazzit nicht nur mit einem, sondern gleich mit drei Projekten aufzutreten. Jedes Konzert beleuchtet einen anderen Aspekt ihrer Kreativität und zeigt, wie wandelbar das Saxofon in den Händen einer visionären Musikerin sein kann.
Das Jazzit: Ein Zentrum für zeitgenössische Musik
Das Jazzit in Salzburg ist mehr als nur ein Club. Seit seiner Gründung hat es sich als wichtiger Treffpunkt für Musiker und Publikum etabliert, die sich für innovative und zeitgenössische Strömungen im Jazz und verwandten Genres interessieren. Die Bühne des Jazzit ist bekannt dafür, sowohl etablierten Größen als auch aufstrebenden Talenten einen Raum zu geben. Die Entscheidung, Yvonne Moriel eine so prominente Rolle im Herbstprogramm einzuräumen, unterstreicht den Fokus des Clubs auf die Förderung der jungen österreichischen Szene.
Von tanzbaren Grooves zu kammermusikalischer Tiefe
Die drei Formationen, mit denen Yvonne Moriel in Salzburg gastiert, könnten unterschiedlicher kaum sein. Sie demonstrieren eine beeindruckende stilistische Spannweite und sprechen damit ein breites Publikum an, von Clubgängern bis hin zu Liebhabern des klassischen Jazz.
Sweetlife: Der Sound für den Club
Den Anfang macht das Wiener Kollektiv Sweetlife. Diese Formation steht für einen energiegeladenen und tanzbaren Sound, der weit über traditionelle Jazz-Konventionen hinausgeht. Die Musik von Sweetlife ist geprägt von tiefen Bässen, die direkt in den Bauch gehen, und von Grooves, die stark von Dub und Hip-Hop inspiriert sind.
Über diesem rhythmischen Fundament entfalten sich die Bläserstimmen von Yvonne Moriel und ihrem musikalischen Partner. Ihre Melodien sind eingängig, aber zugleich komplex und improvisatorisch. Es ist eine Musik, die sowohl den Körper als auch den Geist anspricht und beweist, dass Jazz im 21. Jahrhundert absolut clubtauglich ist.
Die Besetzung von Sweetlife
Obwohl die Besetzung variieren kann, bildet ein Kern aus Schlagzeug, Bass, Keyboard und zwei Bläsern das Fundament der Band. Diese Struktur ermöglicht eine große dynamische Bandbreite, von minimalistischen Passagen bis hin zu kraftvollen, orchestralen Momenten.
Weitere Projekte: Intimität und Experiment
Neben der explosiven Energie von Sweetlife wird Moriel auch in intimeren und experimentelleren Konstellationen zu hören sein. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf dem Zusammenspiel innerhalb kleinerer Ensembles, in denen der Fokus stärker auf dem Dialog zwischen den Instrumenten liegt. Hier kommt die kammermusikalische Seite ihres Schaffens zum Vorschein.
In diesen Formationen wird der Klang filigraner, die Improvisationen subtiler. Es entsteht ein Raum für leise Töne, für das Erkunden von Klangfarben und für eine tiefere emotionale Auseinandersetzung. Diese Konzerte zeigen eine andere, nachdenklichere Seite der Musikerin und ihre Fähigkeit, komplexe harmonische Strukturen zu schaffen.
"Für mich geht es darum, Geschichten zu erzählen. Ob das mit einem lauten Beat oder einer leisen Melodie passiert, ist zweitrangig. Wichtig ist die Authentizität des Moments."
Die neue Generation des österreichischen Jazz
Yvonne Moriel ist Teil einer jungen Generation von Musikerinnen und Musikern in Österreich, die den Jazz neu definieren. Sie sind nicht mehr an die starren Regeln der Vergangenheit gebunden, sondern schöpfen aus einer Vielzahl von Einflüssen – von elektronischer Musik über Weltmusik bis hin zu klassischer Komposition.
Diese Künstlergeneration zeichnet sich durch folgende Merkmale aus:
- Genre-Offenheit: Die Vermischung von Stilen ist kein Experiment mehr, sondern eine Selbstverständlichkeit.
- Kollektiver Geist: Viele Musiker arbeiten in verschiedenen Projekten und Kollektiven zusammen, was zu einer lebendigen und vernetzten Szene führt.
- Hohes technisches Niveau: Die Musiker verfügen über eine exzellente Ausbildung, die es ihnen erlaubt, ihre kreativen Ideen souverän umzusetzen.
- Unternehmerisches Denken: Viele Künstler managen ihre Karrieren selbst und nutzen digitale Plattformen, um ihre Musik einem globalen Publikum zugänglich zu machen.
Die Konzertreihe von Yvonne Moriel im Jazzit ist somit nicht nur das Porträt einer einzelnen Künstlerin, sondern auch ein Schaufenster für die Vitalität und Innovationskraft der gesamten österreichischen Jazzszene. Es ist eine Einladung, die Zukunft des Jazz live zu erleben.
Ein Muss für Musikliebhaber
Der musikalische Herbst im Salzburger Jazzit verspricht, dank Yvonne Moriel besonders abwechslungsreich zu werden. Ihre Auftritte bieten die seltene Gelegenheit, eine herausragende Künstlerin in der vollen Breite ihres Schaffens zu erleben. Egal, ob man zu den treibenden Rhythmen von Sweetlife tanzen oder sich in die komplexen Klangwelten ihrer anderen Projekte vertiefen möchte – diese Konzertreihe bietet für jeden Geschmack etwas.
Für Liebhaber von handgemachter, innovativer und emotionaler Musik ist der Besuch eines dieser Konzerte eine klare Empfehlung. Es ist die Chance, eine Musikerin zu entdecken, die die Zukunft des europäischen Jazz maßgeblich mitgestalten wird.





