Lehrkräfte, die in Salzburg als Quereinsteiger in den Pflichtschuldienst eintreten, müssen oft bis zu einem Jahr warten, bis ihr Gehalt offiziell eingestuft wird. Diese lange Wartezeit führt dazu, dass sie bei Dienstantritt nicht wissen, wie viel sie tatsächlich verdienen werden. Die Personalvertretung kritisiert diese Situation scharf, während die Bildungsdirektion auf die geltenden Dienstrechtsvorschriften verweist.
Wichtige Punkte
- Quereinsteiger in Salzburg warten bis zu einem Jahr auf Gehaltseinstufung.
- Die genaue Höhe des Gehalts und die Anrechnung von Vordienstzeiten bleiben lange unklar.
- Die Personalvertretung fordert eine schnellere Bearbeitung und eine eigene Anlaufstelle.
- Die Bildungsdirektion verweist auf die gesetzlich vorgeschriebene Nützlichkeitsbeurteilung.
- Im Gymnasiumsbereich scheint die Wartezeit kürzer zu sein.
Unsicherheit beim Gehalt für neue Lehrkräfte
Wer aus einem anderen Berufsfeld in den Schuldienst wechselt, beginnt in Vollzeit mit einem Bruttogrundgehalt von rund 3.500 Euro pro Monat. Dieses Gehalt kann sich jedoch durch die Anrechnung von relevanten Vordienstzeiten deutlich erhöhen. Die Berechnung dieser individuellen Erhöhung zieht sich in Pflichtschulen wie den Mittelschulen jedoch oft in die Länge.
Christine Haslauer, Personalvertreterin der Pflichtschullehrer, äußert sich besorgt über die Situation. Sie berichtet von zahlreichen Fällen, in denen Lehrkräfte monatelang auf die Berechnung ihrer Vordienstzeiten warten. In einem Extremfall habe eine Person sogar über ein Jahr gewartet.
"Wir haben da beinahe wöchentlich einen Fall, wo sich Personen melden, die uns dann mitteilen, dass sie schon über mehrere Monate hinweg auf die Berechnung der Vordienstzeiten warten. Kürzlich hatte ich sogar einen Fall, da hat jemand über ein Jahr gewartet. Und dabei handelt es sich ja auch oft um Personen, die Verpflichtungen haben, die haben Kinder, die haben Kredite laufen und die müssten eigentlich wissen, was sie verdienen."
Auswirkungen auf die Lebensplanung
Die fehlende Klarheit über das tatsächliche Einkommen stellt für viele Quereinsteiger eine erhebliche Belastung dar. Viele von ihnen haben finanzielle Verpflichtungen, wie zum Beispiel Kinder zu versorgen oder Kredite zu bedienen. Eine verlässliche Einkommensplanung ist unter diesen Umständen kaum möglich.
Interessanter Fakt
Das Grundgehalt für Quereinsteiger in Vollzeit liegt bei etwa 3.500 Euro brutto pro Monat, kann aber durch anerkannte Vordienstzeiten steigen.
Forderung nach schnelleren Prozessen
Angesichts dieser Probleme fordert Haslauer die Einrichtung einer spezialisierten Anlaufstelle bei der Bildungsdirektion. Diese Stelle soll sich ausschließlich mit der Gehaltseinstufung befassen und die Bearbeitungszeiten erheblich verkürzen. Eine effizientere Abwicklung wäre im Interesse der neuen Lehrkräfte und würde ihre finanzielle Planungssicherheit verbessern.
Hintergrund der Problematik
Die Anrechnung von Vordienstzeiten ist ein komplexer Prozess. Es muss geprüft werden, welche Tätigkeiten aus früheren Berufen für den Lehrberuf als nützlich erachtet werden und in welchem Umfang sie angerechnet werden können. Dies beeinflusst die Gehaltsstufe und damit das endgültige Einkommen.
Die Sicht der Bildungsdirektion
Die Salzburger Bildungsdirektion verweist auf das geltende Lehrerdienstrecht. Dieses schreibt vor, dass Quereinsteiger eine sogenannte Nützlichkeits-Beurteilung durchlaufen müssen. Diese Beurteilung soll feststellen, welche Vorkenntnisse und Erfahrungen für den Lehrberuf relevant sind.
Laut einer Sprecherin der Bildungsdirektion kann dieser Prozess bis zu sechs Monate dauern. Erst nach Abschluss dieser Beurteilung stehe fest, für welche Fächer die quer eingestiegene Lehrperson tatsächlich eingesetzt werden kann. Davon wiederum hänge ab, welche Vordienstzeiten als relevant anerkannt und angerechnet werden.
Transparente Kommunikation
Die Bildungsdirektion betont, dass dieser Zeitraum für die Nützlichkeits-Beurteilung den quereinsteigenden Lehrpersonen im Vorfeld klar kommuniziert wird. Es gebe auch ein öffentlich zugängliches Dokument, das Interessierte einsehen können, um sich über den Prozess zu informieren.
- Schritt 1: Bewerbung und Einstellung als Quereinsteiger.
- Schritt 2: Beginn der Nützlichkeits-Beurteilung.
- Schritt 3: Festlegung der einsetzbaren Fächer und Anrechnung der Vordienstzeiten (bis zu 6 Monate).
- Schritt 4: Endgültige Gehaltseinstufung.
Unterschiede zwischen Schultypen
Interessanterweise scheint die Situation in den Gymnasien anders zu sein. Franz Saller, Vorsitzender der AHS-Lehrergewerkschaft im Bundesland, berichtet, dass die Wartezeit bei der Anrechnung von Vordienstzeiten in diesem Bereich kein Problem darstelle. Er nimmt wahr, dass die Bildungsdirektion hier zügiger arbeitet als in anderen Bundesländern.
Dies deutet darauf hin, dass die Prozesse je nach Schultyp unterschiedlich effizient ablaufen könnten. Eine Harmonisierung und Beschleunigung der Abläufe in allen Pflichtschulen wäre wünschenswert, um allen Quereinsteigern gleiche und transparente Bedingungen zu bieten.
Die Personalvertretung hofft, dass die Bildungsdirektion die Anliegen der Quereinsteiger ernst nimmt und Wege findet, die Wartezeiten zu verkürzen. Schließlich sind diese neuen Lehrkräfte eine wichtige Säule für das Bildungssystem in Salzburg.





