Am 11. Februar öffnen über 150 Betriebe in ganz Salzburg ihre Türen für die „Lange Nacht der Lehre“. Die Veranstaltung, die erstmals zeitgleich in allen Bezirken stattfindet, bietet Jugendlichen und ihren Eltern die Möglichkeit, mehr als 100 verschiedene Lehrberufe hautnah zu erleben und direkt mit Ausbildern und Lehrlingen ins Gespräch zu kommen.
Das Wichtigste in Kürze
- Datum und Uhrzeit: 11. Februar, von 17:00 bis 20:00 Uhr.
- Teilnehmer: Über 150 Betriebe aus mehr als 100 Branchen.
- Neuheit: Erstmals findet die Veranstaltung zeitgleich in allen Salzburger Bezirken statt.
- Ziel: Realistische Einblicke in die Lehrausbildung und direkter Kontakt zu potenziellen Arbeitgebern.
Ein landesweites Konzept für die Berufsorientierung
Die „Lange Nacht der Lehre“ hat sich als feste Größe in der Berufsorientierung etabliert. In diesem Jahr wird das bewährte Konzept jedoch entscheidend erweitert: Zum ersten Mal findet die Veranstaltung am selben Abend in allen Bezirken des Bundeslandes Salzburg statt. Dieser Schritt soll die Hürden für Interessierte senken und die Reichweite des Angebots vergrößern.
Martina Plaschke von der Wirtschaftskammer Salzburg, die das Event organisiert, betont die Vorteile dieser Neuerung. „Damit ist es heuer noch leichter möglich, mit dem eigenen Kind einen Lehrbetrieb auch außerhalb des eigenen Bezirkes anzuschauen“, erklärt sie. Die zentrale Koordination ermöglicht es Familien, ihre Besuche flexibler zu planen und auch spezialisierte Berufe in Betracht zu ziehen, die vielleicht nicht im eigenen Bezirk ansässig sind.
Hintergrund: Die Bedeutung der Lehre in Salzburg
Die duale Ausbildung, also die Kombination aus praktischer Arbeit im Betrieb und theoretischem Unterricht in der Berufsschule, ist ein Eckpfeiler der österreichischen Wirtschaft. In Salzburg sichert sie den Nachwuchs an Fachkräften in Handwerk, Industrie, Handel und Dienstleistung. Veranstaltungen wie die „Lange Nacht der Lehre“ sind entscheidend, um die Attraktivität und die Vielfalt der Lehrberufe sichtbar zu machen und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Vielfalt als Stärke: Von Augenoptik bis Ofenbau
Das Herzstück der Veranstaltung ist die beeindruckende Bandbreite der teilnehmenden Unternehmen. Mit über 150 Betrieben aus mehr als 100 Branchen wird ein umfassendes Bild der Salzburger Wirtschaftslandschaft gezeichnet. Jugendliche können an diesem Abend direkt in Werkstätten, Büros und Produktionshallen blicken.
„Die 'Lange Nacht der Lehre' wurde ins Leben gerufen, um den Interessierten einen realistischen Einblick in unterschiedliche Lehrberufe zu geben”, sagt Plaschke. Es gehe darum, ein Gefühl für den Arbeitsalltag, die Anforderungen und die Karrieremöglichkeiten zu bekommen, das ein reiner Informationstag nicht bieten kann.
Spezialisierte Berufe entdecken
Der Branchenmix ist in allen Bezirken ausgewogen, doch einige seltene Berufe sind nur an einzelnen Standorten vertreten. „So haben wir heuer etwa einen Vertreter der Augenoptik in der Stadt Salzburg und einen orthopädischen Schuhmacher im Lungau“, führt die Organisatorin aus. Sie ermutigt Familien, gezielt solche Nischenberufe zu besuchen, auch wenn dafür eine längere Anfahrt nötig ist.
„Wenn sich das eigene Kind aber für eine solche Ausbildung interessiert, rate ich zur Fahrt in den Betrieb, einfach, um grundsätzliches über diesen Lehrberuf zu erfahren. Einen besseren Einblick erhält das Kind nicht, als dort vor Ort.“
Der direkte Weg zum Lehrvertrag
Dass die „Lange Nacht der Lehre“ mehr ist als nur ein Informationsabend, belegen zahlreiche Erfolgsgeschichten aus den vergangenen Jahren. Die Veranstaltung hat sich als effektive Plattform erwiesen, auf der zukünftige Lehrlinge und Ausbildungsbetriebe zueinanderfinden. Der persönliche Kontakt und der authentische Einblick in die Unternehmenskultur sind oft der entscheidende Funke.
Erfolgsgeschichten aus ganz Salzburg
Martina Plaschke berichtet von konkreten Vermittlungserfolgen: Ein Ofenbauer im Flachgau fand seinen Lehrling direkt bei der Veranstaltung. Dasselbe gilt für einen Friseursalon im Tennengau und ein Seniorenheim in der Stadt Salzburg. Diese Beispiele zeigen, dass das Format über Branchen- und Bezirksgrenzen hinweg funktioniert.
Eine besonders inspirierende Geschichte kommt aus dem Pongau: Eine junge Frau, die 2024 über die „Lange Nacht der Lehre“ ihre Lehrstelle als Medienfachfrau fand, ist in diesem Jahr selbst für die Organisation der Teilnahme ihres Lehrbetriebs verantwortlich. Solche Beispiele verdeutlichen die nachhaltige Wirkung des Events.
Tipps für einen erfolgreichen Abend
Für Jugendliche und Eltern, die das Angebot nutzen möchten, ist eine gute Vorbereitung hilfreich. Die Liste der teilnehmenden Betriebe ist online verfügbar und ermöglicht eine gezielte Auswahl. Experten raten dazu, sich vorab einige Fragen zu überlegen, die man den Ausbildern oder Lehrlingen vor Ort stellen möchte.
- Was sind die täglichen Aufgaben in diesem Beruf?
- Welche Schulfächer sind besonders wichtig?
- Wie sieht der typische Karriereweg nach der Lehre aus?
- Welche Eigenschaften sollte man für diesen Beruf mitbringen?
- Wie ist das Arbeitsklima im Unternehmen?
Martina Plaschke hat einen einfachen, aber klaren Ratschlag für alle Unentschlossenen: „Nutzen Sie diesen Abend. Es freuen sich alle über den Besuch. Nicht viel nachdenken, einfach hingehen.“ Der unkomplizierte Zugang und die offene Atmosphäre sind die größten Stärken der Veranstaltung. Es ist eine einmalige Gelegenheit, hinter die Kulissen zu blicken und vielleicht den Grundstein für die berufliche Zukunft zu legen.





