Seit fast drei Jahrzehnten ist Bettina Maxones-Kurkowski Richterin am Landesgericht Salzburg. In ihrer Rolle als Jugendrichterin sieht sie sich täglich mit den komplexen Herausforderungen der Jugendkriminalität konfrontiert. Gleichzeitig erlebt sie die zunehmende Verrohung der Gesellschaft durch persönliche Angriffe und sogar Morddrohungen in sozialen Medien – eine Entwicklung, die sie mit großer Sorge betrachtet.
Wichtige Erkenntnisse
- Bettina Maxones-Kurkowski ist seit 1997 Richterin und seit rund 27 Jahren am Landesgericht Salzburg tätig.
- Als Jugendrichterin befasst sie sich mit den Ursachen und Folgen von Straftaten junger Menschen.
- Sie warnt vor der Gefahr von Online-Hass und betont, dass Morddrohungen niemals ignoriert werden dürfen.
- Die Richterin plädiert für einen differenzierten Umgang mit straffälligen Jugendlichen, der über reine Bestrafung hinausgeht.
Ein Leben für die Gerechtigkeit in Salzburg
Bettina Maxones-Kurkowski, heute 58 Jahre alt, begann ihre juristische Laufbahn im Jahr 1997. Nach einer kurzen, zehnmonatigen Station am Landesgericht Wels kehrte sie in ihre Heimatstadt zurück. Seitdem sind rund 27 Jahre vergangen, in denen sie am Landesgericht Salzburg tätig ist und das Rechtssystem der Stadt maßgeblich mitgeprägt hat.
Ihre langjährige Erfahrung verleiht ihr eine einzigartige Perspektive auf die Veränderungen in der Gesellschaft und deren Auswirkungen auf die Justiz. Insbesondere im Bereich des Jugendstrafrechts hat sie Entwicklungen miterlebt, die sowohl die Täter als auch die Justiz vor neue Herausforderungen stellen.
Laufbahn im Überblick
Die Karriere von Bettina Maxones-Kurkowski ist fest in der Region verwurzelt. Ihre Entscheidung, fast ihre gesamte berufliche Laufbahn in Salzburg zu verbringen, hat ihr ein tiefes Verständnis für die lokalen sozialen Strukturen und Probleme ermöglicht, was besonders in der Arbeit mit Jugendlichen von unschätzbarem Wert ist.
Die komplexe Welt der Jugendkriminalität
Die Arbeit als Jugendrichterin geht weit über das bloße Verhängen von Strafen hinaus. Es ist eine Aufgabe, die tiefes Einfühlungsvermögen und ein Verständnis für die Lebenswelten der jungen Menschen erfordert. Oftmals stehen hinter den Straftaten komplexe Geschichten von Vernachlässigung, falschen Vorbildern oder einem Mangel an Perspektiven.
Maxones-Kurkowski betont, wie wichtig es ist, nicht nur die Tat selbst zu sehen, sondern auch den Menschen dahinter. Ziel ist es nicht allein, zu bestrafen, sondern Wege aufzuzeigen, wie die Jugendlichen wieder in die Gesellschaft integriert werden können. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit mit Sozialarbeitern, Psychologen und den Familien.
Die Herausforderungen haben sich im Laufe der Jahre verändert. Die Digitalisierung hat neue Formen der Kriminalität wie Cybermobbing hervorgebracht, während gleichzeitig die Hemmschwellen für Gewalt zu sinken scheinen. Hier ist ein differenzierter Ansatz gefragt, der sowohl Konsequenz als auch pädagogische Maßnahmen umfasst.
Die dunkle Seite der sozialen Medien
Als Person des öffentlichen Lebens bleibt auch eine Richterin nicht von den Schattenseiten des Internets verschont. Persönliche Angriffe, Hasskommentare und Drohungen sind zu einem beunruhigenden Phänomen geworden, das auch vor Vertretern der Justiz nicht haltmacht.
Maxones-Kurkowski spricht offen über diese bedrohliche Entwicklung. Sie macht deutlich, dass die Anonymität des Internets Menschen dazu verleitet, Grenzen zu überschreiten, die sie im realen Leben niemals überschreiten würden. Besonders gravierend wird es, wenn aus Beleidigungen ernsthafte Drohungen werden.
„Morddrohungen darf man nicht ignorieren.“
Diese klare Aussage unterstreicht den Ernst der Lage. Solche Drohungen sind keine Kavaliersdelikte, sondern schwere Straftaten, die konsequent verfolgt werden müssen. Sie gefährden nicht nur die persönliche Sicherheit der Betroffenen, sondern stellen auch einen Angriff auf die Grundpfeiler des Rechtsstaates dar.
Hass im Netz: Ein wachsendes Problem
Studien zeigen, dass ein erheblicher Teil der Bevölkerung bereits Erfahrungen mit Hasskommentaren im Internet gemacht hat. Besonders betroffen sind Personen, die öffentlich in Erscheinung treten, darunter Politiker, Journalisten und eben auch Richter. Die psychische Belastung für die Betroffenen ist enorm und kann das Vertrauen in die öffentliche Sicherheit untergraben.
Der richtige Umgang mit Bedrohungen
Wie soll man also mit solchen Angriffen umgehen? Ignorieren ist laut Maxones-Kurkowski der falsche Weg, insbesondere bei expliziten Drohungen. Es sei entscheidend, diese zur Anzeige zu bringen und die Strafverfolgungsbehörden einzuschalten. Nur so kann ein klares Signal gesendet werden, dass das Internet kein rechtsfreier Raum ist.
Gleichzeitig sei es wichtig, eine professionelle Distanz zu wahren und sich von unsachlicher Kritik nicht persönlich treffen zu lassen. Dies ist eine Gratwanderung, die viel mentale Stärke erfordert. Der Schutz der Justiz und ihrer Vertreter vor unzulässiger Einflussnahme und Einschüchterung ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Prävention und Aufklärung als Schlüssel
Neben der Strafverfolgung spielt auch die Prävention eine zentrale Rolle. Dies beginnt bei der Medienkompetenz in den Schulen. Junge Menschen müssen lernen, verantwortungsvoll mit sozialen Medien umzugehen und die Konsequenzen ihres Handelns zu verstehen.
Die Arbeit von Jugendrichtern wie Bettina Maxones-Kurkowski zeigt, dass der Weg zur Resozialisierung oft lang und steinig ist. Doch er ist unerlässlich für eine funktionierende Gesellschaft. Ihre jahrzehntelange Tätigkeit ist ein Beispiel für das Engagement, das erforderlich ist, um sowohl Gerechtigkeit walten zu lassen als auch den Menschen hinter der Straftat eine zweite Chance zu geben.





