Bund und Länder haben sich auf einen neuen Stabilitätspakt für die Jahre 2026 bis 2029 geeinigt. Diese Vereinbarung soll die Haushaltskonsolidierung der Länder und Gemeinden sicherstellen. Für Salzburg bedeutet der Pakt laut Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP), dass keine zusätzlichen Einsparungen notwendig sind.
Die Einigung, die am Freitagabend in Wien erzielt wurde, schafft neue Rahmenbedingungen für die Verschuldung der Bundesländer. Besonders die zukünftige Aufteilung der Defizite und die Verbesserung der Datenlieferung stehen im Mittelpunkt der Vereinbarung.
Wichtige Punkte
- Neuer Stabilitätspakt gilt von 2026 bis 2029.
- Salzburg muss keine zusätzlichen Einsparungen vornehmen.
- Verschuldungsquote für Länder und Gemeinden wird angepasst.
- Fokus auf zukünftigen Finanzausgleich und wachsende Aufgaben.
- Ziel ist das Verlassen des EU-Defizitverfahrens bis 2028.
Einigung schafft Klarheit für die Zukunft
Nach monatelangen Verhandlungen haben sich Bund und Länder auf den neuen Stabilitätspakt geeinigt. Dieser Pakt ist entscheidend für die finanzielle Stabilität der öffentlichen Haushalte in den kommenden Jahren. Er legt fest, wie die Verschuldung zwischen Bund, Ländern und Gemeinden aufgeteilt wird.
Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) betonte die Bedeutung dieser Einigung. Er erklärte, dass Österreich bis zum Jahr 2028 das EU-Defizitverfahren verlassen möchte. Der neue Stabilitätspakt soll einen klaren Weg dorthin ebnen.
„Die Einigung auf den Stabilitätspakt ist ein wichtiger Schritt für die finanzielle Zukunft Österreichs. Wir schaffen damit Planungssicherheit für alle Ebenen“, so Finanzminister Marterbauer.
Salzburgs Perspektive: Keine Mehrbelastung
Für Salzburg bringt der neue Pakt eine Erleichterung. Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) äußerte sich positiv. Sie betonte, dass die angestrebte Konsolidierung des Landesbudgets nicht gefährdet sei. Die Landesregierung muss keine zusätzlichen Gelder einsparen.
Im Gegenteil, Edtstadler sieht sogar neue Spielräume ab 2026. Dies ist besonders wichtig angesichts der vielen dynamisch wachsenden Aufgaben, die die Länder erfüllen müssen. Dazu gehören die Gesundheitsversorgung, die Pflege und die Kinderbetreuung.
Faktencheck
- Die Verschuldungsquote für Länder und Gemeinden beträgt im kommenden Jahr 27 Prozent.
- In den Folgejahren soll diese Quote auf weniger als 24 Prozent sinken.
- Der Pakt gilt von 2026 bis 2029.
Herausforderung Finanzausgleich
Ein zentrales Thema für die Zukunft bleibt der Finanzausgleich. Die Länder sind für eine Vielzahl von Aufgaben verantwortlich, deren Kosten stetig steigen. Dazu zählen insbesondere die Bereiche Gesundheit, Pflege und Kinderbetreuung. Diese Aufgaben erfordern eine solide finanzielle Basis.
Der neue Stabilitätspakt berücksichtigt diese Entwicklungen. Er schafft eine Grundlage, um die Finanzierung dieser wichtigen öffentlichen Dienstleistungen langfristig zu sichern. Die verbesserte Datenlieferung zwischen Bund und Ländern wird dabei helfen, die finanzielle Situation genauer zu überblicken.
Verbesserte Daten und klare Defizitaufteilung
Ein weiterer wichtiger Punkt der Einigung ist die Verbesserung der Datenlieferung. Dies soll eine präzisere Planung und Steuerung der Finanzen ermöglichen. Ab 2026 wird es zudem eine klare Aufteilung des Defizits zwischen Bund, Ländern und Gemeinden geben. Diese Transparenz ist entscheidend für eine effiziente Haushaltsführung.
Alle Verhandlungspartner zeigten sich nach der Einigung zufrieden. Die monatelangen Gespräche haben zu einem Ergebnis geführt, das von allen Seiten als tragfähig angesehen wird. Der Pakt soll eine verlässliche Basis für die nächsten Jahre bieten.
Hintergrundinformation
Der Stabilitätspakt ist eine Vereinbarung zwischen dem Bund und den Bundesländern in Österreich. Er regelt die Einhaltung der Maastricht-Kriterien und die Steuerung der öffentlichen Finanzen. Ziel ist es, die Neuverschuldung und den Schuldenstand des Gesamtstaates in einem nachhaltigen Bereich zu halten.
Das EU-Defizitverfahren wird eingeleitet, wenn ein Mitgliedsstaat die Obergrenzen für das Staatsdefizit (3% des BIP) oder den Schuldenstand (60% des BIP) überschreitet. Österreich strebt an, dieses Verfahren bis 2028 zu beenden.
Blick nach vorne: Spielräume und Verantwortung
Die Salzburger Landeshauptfrau Edtstadler sieht in dem neuen Pakt nicht nur eine Absicherung, sondern auch neue Spielräume. Diese könnten genutzt werden, um in wichtige Bereiche zu investieren und die Lebensqualität in Salzburg weiter zu verbessern. Es geht darum, die finanzielle Verantwortung zu tragen und gleichzeitig die notwendigen Leistungen für die Bevölkerung sicherzustellen.
Die Anpassung des Verschuldungsschlüssels bedeutet, dass die Bundesländer quotenmäßig etwas weniger sparen müssen als ursprünglich angenommen. Dies gibt den Ländern mehr Flexibilität bei der Gestaltung ihrer Budgets, ohne die Gesamtziele der Haushaltskonsolidierung aus den Augen zu verlieren.
Gemeinsame Anstrengungen für die Zukunft
Die Einigung unterstreicht die gemeinsame Anstrengung von Bund und Ländern, die finanziellen Herausforderungen der kommenden Jahre zu meistern. Eine stabile Finanzpolitik ist die Grundlage für zukünftige Investitionen und die Erhaltung des Sozialstaates.
Der Fokus liegt nun darauf, die im Pakt festgelegten Maßnahmen umzusetzen und die Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Verwaltungsebenen weiter zu stärken. Die verbesserte Datenbasis wird dabei eine wichtige Rolle spielen, um Fortschritte transparent zu machen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.
- Stärkung der Gesundheitsversorgung
- Ausbau der Pflegeleistungen
- Verbesserung der Kinderbetreuung
Diese Bereiche sind entscheidend für die Bevölkerung und erfordern nachhaltige Finanzierungsmodelle, die der neue Stabilitätspakt unterstützen soll.





