Zwei schwere Fälle von Online-Betrug erschüttern Salzburg. Eine Frau aus dem Pinzgau verlor rund 75.000 Euro durch eine Phishing-E-Mail und einen anschließenden Anruf. Im Flachgau wurde ein Mann durch eine gefälschte SMS des Finanzamts um Tausende Euro betrogen. Die Vorfälle unterstreichen die wachsende Gefahr durch Cyberkriminalität in der Region.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine 44-jährige Pinzgauerin verlor rund 75.000 Euro durch eine kombinierte Phishing- und Telefonbetrugsmasche.
- Ein 51-jähriger Flachgauer fiel auf eine gefälschte SMS des Finanzamts herein und erlitt ebenfalls erheblichen finanziellen Schaden.
- Die Polizei warnt vor immer raffinierteren Methoden von Cyberkriminellen, die auf persönliche Daten und Bankkonten abzielen.
- Experten raten zu äußerster Vorsicht bei unerwarteten Nachrichten und Links von unbekannten Absendern.
Der Fall im Pinzgau: Ein teurer Fehler
Für eine 44-jährige Frau aus dem Pinzgau endete eine alltägliche E-Mail in einem finanziellen Desaster. Sie erhielt eine sogenannte Phishing-Mail, die sie dazu verleitete, ihre Zugangsdaten für das Onlinebanking preiszugeben. Die Betrüger gaben sich damit jedoch nicht zufrieden.
Kurze Zeit später erhielt die Frau einen Anruf. Am anderen Ende der Leitung gab sich eine Person als Mitarbeiter ihrer Bank aus. Mit geschickter Gesprächsführung und unter Vorspiegelung falscher Tatsachen überzeugte der Anrufer die Frau, mehrere Überweisungen freizugeben. Ihr wurde vorgegaukelt, dies sei zur Sicherung ihres Kontos notwendig.
Das Geld floss auf verschiedene Konten in Deutschland. Erst später bemerkte die Frau den Betrug und erstattete Anzeige. Der entstandene Schaden beläuft sich nach Polizeiangaben auf rund 75.000 Euro. Die Ermittlungen in diesem Fall sind im Gange, die Täter sind bislang unbekannt.
Kombinierte Betrugsmasche
Dieser Fall zeigt eine typische Vorgehensweise von Cyberkriminellen. Zuerst werden Daten durch Phishing (per E-Mail) oder Smishing (per SMS) abgegriffen. Anschließend erfolgt ein Anruf (Vishing), um das Opfer durch persönlichen Kontakt zu manipulieren und Transaktionen zu autorisieren. Diese mehrstufigen Angriffe sind besonders gefährlich, da sie Vertrauen aufbauen.
Die Falle im Flachgau: Gefälschte Finanzamt-SMS
Ein weiterer Vorfall ereignete sich im Flachgau, wo ein 51-jähriger Mann ins Visier von Betrügern geriet. Er erhielt zwei SMS, die angeblich vom Finanzamt stammten. In den Nachrichten wurde er aufgefordert, seine Daten auf einer verlinkten Webseite zu aktualisieren.
Der Mann folgte der Anweisung in gutem Glauben und gab seine Informationen auf der gefälschten Internetseite ein. Zunächst schien nichts Ungewöhnliches passiert zu sein. Doch zwei Tage später meldete sich ein vermeintlicher Bankmitarbeiter telefonisch bei ihm und nutzte die zuvor erbeuteten Daten, um sich sein Vertrauen zu erschleichen.
Auch hier gelang es den Tätern, den Mann zu Überweisungen zu bewegen. Der genaue Schaden wird auf mehrere Tausend Euro geschätzt. Dieser Fall von „Smishing“ – eine Betrugsform, die SMS nutzt – zeigt, wie Betrüger offizielle Institutionen als Deckmantel verwenden, um an sensible Daten zu gelangen.
So erkennen und vermeiden Sie die Betrugsmaschen
Die Polizei und Verbraucherschutzorganisationen warnen eindringlich vor den Methoden der Täter. Die Betrüger nutzen oft psychologischen Druck, indem sie ein Gefühl der Dringlichkeit oder Angst erzeugen. Sie geben vor, dass Konten gesperrt werden oder eine sofortige Handlung zur Abwehr von Gefahren nötig sei.
Was ist Phishing?
Phishing ist der Versuch, über gefälschte Webseiten, E-Mails oder Kurznachrichten an persönliche Daten eines Internet-Benutzers zu gelangen. Dabei wird das Opfer auf eine nachgebaute Webseite des jeweiligen Dienstanbieters (z. B. Bank, Online-Shop) gelockt, wo es seine Zugangsdaten eingeben soll.
Um sich effektiv zu schützen, sollten Sie einige grundlegende Sicherheitsregeln beachten. Diese können helfen, den Großteil der Betrugsversuche bereits im Keim zu ersticken.
Wichtige Schutzmaßnahmen
Experten empfehlen die folgenden Schritte, um sicher zu bleiben:
- Seien Sie misstrauisch: Banken, Finanzämter oder andere seriöse Institutionen fordern Sie niemals per E-Mail oder SMS auf, sensible Daten wie Passwörter oder TANs über einen Link einzugeben.
- Klicken Sie nicht auf Links: Öffnen Sie keine Links in unerwarteten oder verdächtigen Nachrichten. Geben Sie die Adresse Ihrer Bank immer manuell in die Adresszeile des Browsers ein.
- Überprüfen Sie den Absender: Achten Sie genau auf die E-Mail-Adresse oder Telefonnummer des Absenders. Oft verraten kleine Abweichungen den Betrugsversuch.
- Geben Sie keine Daten am Telefon preis: Legen Sie auf, wenn Sie ein Anrufer unter Druck setzt oder nach vertraulichen Informationen fragt. Rufen Sie Ihre Bank über die Ihnen bekannte, offizielle Telefonnummer zurück.
- Aktivieren Sie die Zwei-Faktor-Authentifizierung: Wo immer möglich, sollten Sie diese zusätzliche Sicherheitsebene für Ihre Online-Konten nutzen.
„Die Täter werden immer professioneller. Sie nutzen jede Unachtsamkeit aus. Der beste Schutz ist ein gesundes Misstrauen und die strikte Weigerung, auf unaufgeforderte Anfragen nach persönlichen Daten zu reagieren“, warnt ein Ermittler der Kriminalpolizei.
Sollten Sie Opfer eines Betrugs geworden sein, ist schnelles Handeln entscheidend. Kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank, um Ihr Konto zu sperren und mögliche Überweisungen zu stoppen. Erstatten Sie außerdem unverzüglich Anzeige bei der Polizei. Je schneller Sie reagieren, desto größer ist die Chance, den Schaden zu begrenzen.





