In Salzburg hat eine junge Designerin ein Projekt ins Leben gerufen, das Kunsthandwerk mit einer wichtigen sozialen Botschaft verbindet. Alexandra Regensburger fertigt unter dem Namen „Boobie Pouch“ kleine Taschen in Form von weiblichen Brüsten an. Jedes Stück ist ein Unikat und soll nicht nur die Vielfalt des weiblichen Körpers feiern, sondern auch Frauen in Not unterstützen.
Was vor sechs Jahren als Hobby während des Mutterschutzes begann, hat sich zu einer Initiative entwickelt, die auf positive Resonanz stößt und das Bewusstsein für Körperakzeptanz und Solidarität schärft.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Salzburger Designerin Alexandra Regensburger entwirft und näht handgefertigte Taschen, die „Boobie Pouches“.
- Jede Tasche ist individuell gestaltet und repräsentiert die Vielfalt weiblicher Brüste, einschließlich verschiedener Formen, Größen und auch Narben.
- Das Projekt verfolgt einen sozialen Zweck: Ein Teil der Erlöse wird gespendet, um Frauen in schwierigen Lebenslagen zu helfen.
- Die Idee entstand vor sechs Jahren, als Regensburger während ihrer ersten Schwangerschaft einen Nähkurs besuchte.
Vom Mutterschutz zur kreativen Mission
Für viele Menschen ist der Beginn des Mutterschutzes eine Zeit der Veränderung und Neuorientierung. So auch für Alexandra Regensburger. Vor sechs Jahren, als sie ihr erstes Kind erwartete, stand sie vor der Frage, wie sie die viele freie Zeit sinnvoll nutzen könnte. Ihre Antwort fand sie an einem unerwarteten Ort: in einem Nähkurs.
„Damals habe ich mich noch gefragt, was ich mit all der Zeit machen soll“, erinnert sich Regensburger heute mit einem Lächeln. Der Umgang mit Nadel, Faden und Nähmaschine wurde schnell zu einer Leidenschaft. Aus den ersten einfachen Stichen entwickelten sich bald komplexere Projekte und schließlich eine ganz besondere Idee: die „Boobie Pouch“.
Diese kleinen, handlichen Taschen sind mehr als nur ein modisches Accessoire. Sie sind ein Statement für Körpervielfalt und ein Symbol der Unterstützung von Frau zu Frau. Die Entscheidung, gerade die weibliche Brust in den Mittelpunkt zu stellen, war eine bewusste. Regensburger wollte ein Zeichen gegen unrealistische Schönheitsideale setzen und die Normalität in all ihren Facetten zeigen.
Ein Symbol für Vielfalt und Akzeptanz
Die „Boobie Pouches“ zeichnen sich durch ihre liebevolle und detailreiche Gestaltung aus. Keine Tasche gleicht der anderen, denn jede repräsentiert eine andere Form des weiblichen Körpers. Es gibt pralle und kleine, hängende und straffe Modelle. Bewusst integriert die Designerin auch Merkmale, die oft als Makel angesehen werden.
Jede Brust ist normal
Einige der Taschen tragen symbolische Narben, die beispielsweise an eine Brustkrebsoperation erinnern sollen. Damit will Regensburger Frauen Mut machen und zeigen, dass auch ein von Krankheit gezeichneter Körper schön und wertvoll ist. Diese Botschaft der Inklusion ist ein zentraler Bestandteil ihres Projekts.
Die Vielfalt der Designs soll Betrachter dazu anregen, über gängige Schönheitsnormen nachzudenken. In einer von sozialen Medien geprägten Welt, in der oft ein perfektes und unerreichbares Bild des weiblichen Körpers propagiert wird, bieten die „Boobie Pouches“ einen erfrischenden und ehrlichen Gegenentwurf. Sie feiern die Einzigartigkeit und die Geschichten, die jeder Körper erzählt.
Hintergrund: Körperpositivität in der Mode
Die Bewegung für Körperpositivität (Body Positivity) gewinnt seit Jahren an Bedeutung. Sie setzt sich für die Akzeptanz aller Körperformen ein, unabhängig von Größe, Form, Hautfarbe oder körperlichen Fähigkeiten. Immer mehr Designer und Marken greifen diesen Trend auf, um Mode inklusiver zu gestalten und unrealistischen Schönheitsidealen entgegenzuwirken. Projekte wie die „Boobie Pouch“ sind ein Beispiel dafür, wie kreative Einzelinitiativen diese wichtige Botschaft auf lokaler Ebene verbreiten können.
Mehr als nur ein Accessoire: Hilfe für Frauen in Not
Alexandra Regensburger wollte von Anfang an, dass ihr Projekt nicht nur eine ideelle, sondern auch eine konkrete soziale Wirkung hat. Deshalb fließt ein Teil der Einnahmen aus dem Verkauf der „Boobie Pouches“ direkt in Hilfsprojekte für Frauen. Die Unterstützung geht an Frauen, die sich in finanziellen oder persönlichen Notlagen befinden.
Durch den Kauf einer Tasche erwirbt man also nicht nur ein handgefertigtes Unikat, sondern leistet auch einen Beitrag zur Stärkung von Frauen in der Gesellschaft. Dieser karitative Aspekt verleiht dem Projekt eine zusätzliche Tiefe und macht jede „Boobie Pouch“ zu einem kleinen Symbol der Solidarität.
Vom Hobby zum sozialen Projekt
- Der Anfang: Ein Nähkurs während des Mutterschutzes vor sechs Jahren.
- Die Idee: Handgefertigte Taschen in Form von Brüsten, um Vielfalt zu zeigen.
- Die Mission: Ein Zeichen gegen unrealistische Schönheitsideale setzen und Frauen in Not unterstützen.
- Das Produkt: Jede „Boobie Pouch“ ist ein handgefertigtes Unikat.
Die Nachfrage nach den kleinen Taschen wächst stetig, was zeigt, dass die Botschaft von Alexandra Regensburger ankommt. Viele Menschen schätzen nicht nur das kreative Design, sondern auch den tieferen Sinn, der hinter jedem einzelnen Stück steht.
Eine kreative Stimme aus Salzburg
Das Projekt von Alexandra Regensburger ist ein inspirierendes Beispiel dafür, wie aus einer persönlichen Leidenschaft eine Initiative mit gesellschaftlicher Relevanz entstehen kann. Es zeigt, dass man keine große Organisation braucht, um einen positiven Beitrag zu leisten. Manchmal genügt eine Nähmaschine, eine gute Idee und der Wunsch, etwas zu bewegen.
„Es war ein Nähkurs, der mein Leben verändern sollte. Ich wollte etwas Sinnvolles mit meiner Zeit machen.“
Mit ihren „Boobie Pouches“ hat die Salzburgerin eine kreative Nische gefunden, die Mode, Kunst und soziales Engagement auf einzigartige Weise verbindet. Ihr Projekt ist ein Plädoyer für mehr Menschlichkeit, Akzeptanz und gegenseitige Unterstützung – Werte, die in der heutigen Zeit wichtiger sind denn je. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese charmante und bedeutungsvolle Initiative weiterentwickeln wird.





