Die Salzburger Polizei meldet eine besorgniserregende Häufung schwerer Verkehrsdelikte. Ein 19-jähriger Probeführerscheinbesitzer wurde mit fast dreifacher der erlaubten Geschwindigkeit gestoppt. Eine 37-jährige Mutter war mit 2,2 Promille und ihrem Kleinkind im Auto unterwegs. Diese und weitere Vorfälle führten zu mehreren Führerscheinentzügen und Anzeigen.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein 19-Jähriger raste mit 139 km/h durch eine 50er-Zone in der Stadt Salzburg.
- Eine 37-jährige Frau wurde mit 2,2 Promille Alkohol im Blut und ihrem einjährigen Kind an Bord gestoppt.
- Mehrere weitere Lenker wurden am selben Wochenende mit stark überhöhten Alkoholwerten aus dem Verkehr gezogen.
- Die Konsequenzen reichen vom sofortigen Führerscheinentzug bis zu Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft und Meldungen an die Jugendhilfe.
Probeführerschein-Besitzer mit 139 km/h in der Stadt
Ein besonders rücksichtsloser Fall ereignete sich am Samstag in der Stadt Salzburg. Ein erst 19-jähriger Mann aus dem Pongau, Inhaber eines Probeführerscheins, fiel einer Polizeistreife durch seine schnelle Fahrweise auf. Als der junge Fahrer die Beamten bemerkte, beschleunigte er stark und versuchte zu flüchten.
Auf seiner Flucht in Richtung Wals-Siezenheim erreichte er eine Geschwindigkeit von bis zu 139 km/h. Dies geschah in einem Bereich, in dem eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h vorgeschrieben ist. Die Geschwindigkeit lag damit fast dreimal über dem erlaubten Limit.
Extremes Risiko im Stadtgebiet
Eine Geschwindigkeit von 139 km/h in einer 50er-Zone bedeutet einen Anhalteweg von über 150 Metern. Die Reaktionszeit ist minimal, und das Risiko für schwere Unfälle mit Fußgängern oder anderen Verkehrsteilnehmern ist enorm hoch.
Die Polizisten konnten den Raser schließlich anhalten. Sie nahmen ihm den Probeführerschein an Ort und Stelle ab. Eine Beschlagnahmung des Fahrzeugs war jedoch nicht möglich, da es sich um ein Firmenauto handelte. Den Fahrer erwartet nun ein umfangreiches verwaltungsstrafrechtliches Verfahren.
Mutter mit Kleinkind und 2,2 Promille am Steuer
Für Fassungslosigkeit sorgte am Samstagmittag ein Vorfall auf der Westautobahn (A1). Polizisten stoppten eine 37-jährige Lenkerin, ebenfalls aus dem Pongau, deren Fahrzeug durch unkontrollierte Lenkbewegungen aufgefallen war. Im Auto befand sich auch ihr einjähriges Kind.
Bei der Kontrolle gab die Frau zunächst an, sie sei wegen Müdigkeit unsicher gefahren. Sie befinde sich auf dem Heimweg aus Oberösterreich. Ein routinemäßig durchgeführter Alkoholtest zeichnete jedoch ein anderes Bild.
Das Ergebnis des Alkotests ergab einen Wert von 2,2 Promille. Dieser Wert deutet auf eine schwere Alkoholisierung und eine massive Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit hin.
Die Beamten nahmen der Frau sofort den Führerschein ab und untersagten die Weiterfahrt. Doch die Konsequenzen gehen weit über den Verkehrsdelikt hinaus.
Weitreichende Folgen für die Lenkerin
Neben den verwaltungsrechtlichen Strafen nach der Straßenverkehrsordnung wird die Frau bei der Staatsanwaltschaft Salzburg angezeigt. Der Vorwurf lautet auf Gefährdung der körperlichen Sicherheit, insbesondere wegen des Kindes im Fahrzeug.
Zusätzlich wurde ein Bericht an die Kinder- und Jugendhilfe der zuständigen Bezirkshauptmannschaft erstattet. Die Behörde wird nun die familiären Umstände und eine mögliche Gefährdung des Kindeswohls prüfen.
Alkohol am Steuer: Eine massive Gefahr
Bereits ab 0,5 Promille ist die Fahrtüchtigkeit deutlich eingeschränkt. Bei einem Wert von 2,2 Promille sind Reaktionsvermögen, Sehfähigkeit und Koordination massiv gestört. Die Unfallgefahr steigt exponentiell an. Die Verantwortungslosigkeit wird durch die Anwesenheit eines Kleinkindes im Fahrzeug nochmals drastisch erhöht.
Weitere Alko-Fahrten im gesamten Bundesland
Die beiden genannten Fälle waren keine Einzelfälle an diesem Wochenende. Die Polizei musste in mehreren Bezirken gegen alkoholisierte Lenker vorgehen. Die Vorfälle zeigen ein alarmierendes Muster von Verantwortungslosigkeit im Straßenverkehr.
- Mühlbach am Hochkönig: Auf der Hochkönigsbundesstraße (B164) wurde ein 56-jähriger Fahrer mit 1,88 Promille gestoppt.
- Salzachtal: Nach einem Wildunfall auf der Salzachtalbundesstraße (B159) wurde beim 36-jährigen Lenker ein Alkoholwert von 0,88 Promille festgestellt.
- Grödig: Ein 18-Jähriger verursachte mit überhöhter Geschwindigkeit einen Unfall, bei dem er frontal gegen eine Betonmauer prallte. Er flüchtete zunächst zu Fuß, kehrte aber kurz darauf zurück. Sein Alkotest ergab 0,72 Promille.
- Hof bei Salzburg: Gegen Mitternacht wurde eine 37-jährige Salzburgerin bei einer Kontrolle mit 1,04 Promille am Steuer erwischt.
In allen Fällen wurde den Lenkerinnen und Lenkern der Führerschein entzogen und die Weiterfahrt untersagt. Sie müssen sich nun auf empfindliche Strafen einstellen. Die Serie von schweren Vergehen unterstreicht die Notwendigkeit konsequenter Verkehrskontrollen, um die Sicherheit auf Salzburgs Straßen zu gewährleisten.





