Nach Jahren des Leerstands gibt es Bewegung rund um das ehemalige Sanatorium Wehrle im Salzburger Andräviertel. Das markante, denkmalgeschützte Gebäude in der Haydnstraße 18, das seit September 2018 weitgehend ungenutzt ist, steht vor einer neuen Zukunft. Die Entwicklung markiert einen Wendepunkt für eines der bekanntesten historischen Gebäude des Stadtteils.
Das Wichtigste in Kürze
- Das historische Sanatorium Wehrle im Andräviertel steht vor einer neuen Nutzung.
- Seit der Verlegung des Klinikstandorts im September 2018 stand das Gebäude größtenteils leer.
- Der Altbau aus den späten 1920er-Jahren ist denkmalgeschützt, was die zukünftige Entwicklung prägen wird.
- Die Liegenschaft war Teil der Privatklinik Wehrle-Diakonissen, die heute zur Mavie Med Gruppe gehört.
Ein Wahrzeichen im Dornröschenschlaf
Mit seiner leuchtend sonnengelben Fassade, dem villenartigen Charakter und dem umliegenden Park mit altem Baumbestand ist das ehemalige Sanatorium Wehrle ein architektonischer Blickfang im Andräviertel. Seit der Schließung der Privatklinik an diesem Standort im Herbst 2018 herrschte jedoch weitgehend Stille in den geschichtsträchtigen Mauern.
Abgesehen von einer kurzen Zwischennutzung während der Corona-Pandemie blieb das Areal ungenutzt. Für Anwohner und Passanten wurde der prominente Leerstand zu einem vertrauten, wenn auch leicht melancholischen Anblick. Nun zeichnet sich jedoch eine Wende ab, die dem Gebäude neues Leben einhauchen soll.
Hintergrund der Schließung
Der Standort in der Haydnstraße wurde aufgegeben, nachdem sich die Klinik Anfang 2015 mit den Diakonissen zusammengeschlossen hatte. Der Betrieb der neu formierten Privatklinik Wehrle-Diakonissen wurde vollständig nach Salzburg-Aigen verlegt. Salzburgs größte Privatklinik gehört seit März 2021 zur PremiQaMed Group, die heute unter dem Namen Mavie Med firmiert und ein Tochterunternehmen der Uniqa-Versicherung ist.
Die bewegte Geschichte des Sanatoriums
Die Ursprünge des Gebäudes reichen bis in die späten 1920er-Jahre zurück. Über Jahrzehnte hinweg war es eine feste Institution in der medizinischen Versorgung Salzburgs und genoss als Privatklinik einen hervorragenden Ruf, der weit über die Stadtgrenzen hinausreichte.
Die Architektur und die großzügige Parkanlage spiegeln den Anspruch wider, ein Ort der Heilung und Erholung zu sein. Viele Salzburgerinnen und Salzburger verbinden persönliche Erinnerungen mit dem Haus, sei es durch eigene Aufenthalte oder die von Angehörigen.
Fakten zum Gebäude
- Standort: Haydnstraße 18, Andräviertel, Salzburg
- Bauzeit: Späte 1920er-Jahre
- Letzte Nutzung: Privatklinik bis September 2018
- Status: Der Altbau steht unter Denkmalschutz
Denkmalschutz prägt die Zukunft
Eine zentrale Rolle bei allen zukünftigen Plänen spielt der Denkmalschutz. Der historische Altbau ist offiziell als schützenswertes Kulturgut eingestuft. Das bedeutet, dass jegliche Umbauten oder Renovierungen in enger Abstimmung mit den Behörden erfolgen müssen, um den ursprünglichen Charakter des Gebäudes zu bewahren.
Diese Auflage stellt für neue Eigentümer sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance dar. Einerseits sind die gestalterischen Möglichkeiten eingeschränkt, andererseits garantiert der Schutzstatus den Erhalt der einzigartigen historischen Substanz. Dies kann den Wert und die Attraktivität des Projekts erheblich steigern.
Experten gehen davon aus, dass eine sensible Revitalisierung, die moderne Anforderungen mit historischem Flair verbindet, der wahrscheinlichste Weg ist. Denkbar wären Nutzungen im Bereich Wohnen, als Büro- oder Praxisflächen oder auch eine Rückkehr zu einer gesundheitsnahen Bestimmung.
Ausblick auf die Neugestaltung
Während konkrete Details zur neuen Nutzung oder zum Zeitplan noch nicht öffentlich bekannt gegeben wurden, ist die Nachricht von der bevorstehenden Veränderung ein positives Signal für das Andräviertel. Die Reaktivierung einer so prominenten Liegenschaft kann dem gesamten Stadtteil neue Impulse verleihen.
Die Entwicklung wird von der Salzburger Bevölkerung mit großem Interesse verfolgt. Die Hoffnung ist groß, dass das historische Juwel bald aus seinem Dornröschenschlaf erwacht und wieder zu einem belebten und geschätzten Teil des städtischen Lebens wird, der seiner langen und bedeutenden Geschichte gerecht wird.





