Mehr als 10.000 Besucher versammelten sich am Sonntag auf dem Salzburger Christkindlmarkt, um den traditionellen Perchtenlauf zu erleben. 218 Perchten aus 17 Gruppen vertrieben mit lautem Glockengeläut und eindrucksvollen Tänzen symbolisch den Winter aus der historischen Altstadt.
Das Spektakel fand pünktlich zur ersten Rauhnacht, der Thomasnacht, statt und markierte die Wintersonnenwende. Die Veranstaltung am Dom- und Residenzplatz zog Teilnehmer aus Salzburg, Oberösterreich und Bayern an und bot ein eindrucksvolles Bild gelebten Brauchtums.
Das Wichtigste in Kürze
- Großer Andrang: Über 10.000 Schaulustige besuchten den Perchtenlauf in der Salzburger Altstadt.
- Teilnehmer: 218 Perchten aus 17 verschiedenen Gruppen (Passen) nahmen an dem Umzug teil.
- Herkunft: Die Gruppen reisten aus Salzburg, Oberösterreich und Bayern an.
- Anlass: Der Lauf fand zur ersten Rauhnacht statt, um symbolisch den Winter zu vertreiben.
Ein Schauspiel aus Lärm und Tradition
Die Salzburger Altstadt bot am Sonntag eine beeindruckende Kulisse für ein jahrhundertealtes Brauchtum. Der Dom- und Residenzplatz, sonst erfüllt von den Klängen des Christkindlmarktes, wurde zur Bühne für die Schön- und Schiachperchten. Mit dem lauten Läuten ihrer schweren Glocken und ihren rhythmischen Tänzen zogen sie durch die Menschenmenge.
Ziel dieses Rituals ist es, die bösen Geister des Winters zu vertreiben und Platz für neues Leben im Frühling zu schaffen. Die Atmosphäre war eine Mischung aus Faszination, Respekt und festlicher Stimmung. Besonders für Familien und Touristen bot sich ein unvergesslicher Einblick in die alpine Sagenwelt.
Die Bedeutung der Rauhnächte
Die Rauhnächte sind zwölf Nächte um den Jahreswechsel, denen im europäischen Brauchtum eine besondere Bedeutung zugemessen wird. Sie gelten als eine Zeit, in der die Grenzen zu anderen Welten offenstehen. Perchtenläufe sind ein zentraler Bestandteil dieser Tradition, um Schutz und Segen für das kommende Jahr zu erbitten und Unheil abzuwehren.
Vielfalt der Masken und Gestalten
Die Vielfalt der auftretenden Figuren war bemerkenswert. Neben den bekannten Schiachperchten mit ihren furchteinflößenden Holzmasken und zotteligen Fellen zogen auch die Schönperchten durch die Gassen. Ihre aufwendigen Kostüme und Kopfbedeckungen stehen symbolisch für das Gute und den Segen, den sie den Menschen bringen sollen.
Doch das Schauspiel beschränkte sich nicht nur auf diese beiden Gruppen. Das Publikum konnte auch andere mythische Gestalten bestaunen, die tief in der regionalen Sagenwelt verwurzelt sind.
Hexen und Trudentänzer beleben die Sagenwelt
Unter die Perchten mischten sich auch Hexengruppen und sogenannte Trudentänzer. Diese Figuren bereicherten den Umzug mit ihren eigenen, einzigartigen Ritualen und Tänzen. Sie entführten die Zuschauer in eine geheimnisvolle Welt voller Mythen und Legenden, die in der modernen Zeit oft in Vergessenheit geraten sind.
Zahlen zum Perchtenlauf
- Teilnehmer: 218 Perchten
- Gruppen: 17 Passen
- Besucher: Über 10.000
- Regionen: Salzburg, Oberösterreich, Bayern
Ein überregionales Ereignis
Die große Anziehungskraft des Salzburger Perchtenlaufs zeigte sich an der Herkunft der teilnehmenden Gruppen. Die 17 Passen kamen nicht nur aus dem Bundesland Salzburg, sondern reisten auch aus dem benachbarten Oberösterreich und aus Bayern an. Diese überregionale Teilnahme unterstreicht die Bedeutung der Veranstaltung in der Brauchtumsszene.
Für viele dieser Gruppen ist der Auftritt am Salzburger Christkindlmarkt ein Höhepunkt im Jahreskalender. Sie investieren unzählige Stunden in die Pflege ihrer handgeschnitzten Masken und aufwendigen Gewänder, die oft über Generationen weitervererbt werden. Die Veranstaltung ist somit nicht nur ein Spektakel für Touristen, sondern auch ein wichtiger Treffpunkt für Brauchtumsvereine aus dem gesamten Alpenraum.
Der erfolgreiche Ablauf und das enorme Interesse der Öffentlichkeit bestätigen, dass diese alten Traditionen auch heute noch einen festen Platz im kulturellen Leben der Stadt haben und Menschen aller Altersgruppen begeistern können.





