Am Salzburger Landesgericht wurde heute das Urteil gegen eine organisierte Bande von Fahrraddieben gesprochen. Drei Männer im Alter von 22, 33 und 40 Jahren wurden für den systematischen Diebstahl von hochwertigen Fahrrädern und E-Bikes in der Stadt Salzburg und im Flachgau zu teils unbedingten Haftstrafen verurteilt. Über ein Jahr hinweg erbeutete die Gruppe Räder im Gesamtwert von rund 67.000 Euro.
Das Wichtigste in Kürze
- Drei Männer wegen gewerbsmäßigen Diebstahls in Salzburg verurteilt.
- Die Bande stahl über ein Jahr lang Fahrräder und E-Bikes im Wert von 67.000 Euro.
- Die Diebstähle erfolgten gezielt aus Tiefgaragen, Kellern und von öffentlichen Plätzen.
- Die Urteile umfassen teilbedingte Haftstrafen sowie eine bedingte Haftstrafe mit Geldstrafe.
Systematische Diebstähle über ein Jahr
Die Serie von Fahrraddiebstählen, die Salzburg und Umgebung über Monate in Atem hielt, ist aufgeklärt. Wie die Staatsanwaltschaft im Prozess darlegte, agierte die Bande zwischen September 2024 und September 2025. Ihr Ziel waren ausschließlich teure Fahrräder und E-Bikes, die oft mehrere Tausend Euro wert sind.
Die Täter gingen dabei äußerst planvoll vor. In wechselnder Besetzung kundschafteten sie Mehrparteienhäuser aus und verschafften sich nachts Zugang zu Tiefgaragen und Kellerabteilen. Dort wurden die Fahrräder professionell von ihren Sicherungen befreit.
Professionelles Vorgehen und gezielte Auswahl
Die Staatsanwältin Ricarda Eder schilderte vor Gericht die Vorgehensweise der Angeklagten. „Die Angeklagten und zumindest noch ein weiterer Mittäter schlichen sich gezielt nachts in Tiefgaragen und Keller von Mehrparteienhäusern ein“, erklärte sie. Mit Werkzeugen wie Bolzenschneidern wurden selbst massive Schlösser in kürzester Zeit aufgebrochen.
Die Auswahl der gestohlenen Räder war nicht zufällig. Die Bande konzentrierte sich auf Modelle bekannter Marken, deren Wert oft im Bereich von mehreren Tausend Euro lag. Neben den Einbrüchen in private Abstellräume wurden auch Fahrräder von öffentlichen Plätzen entwendet, wenn sich eine günstige Gelegenheit bot.
Die Fakten im Überblick
- Tatzeitraum: September 2024 – September 2025
- Tatorte: Stadt Salzburg und Flachgau
- Beute: Rund zwei Dutzend hochwertige Fahrräder und E-Bikes
- Gesamtschaden: ca. 67.000 Euro
- Täter: Drei serbische Staatsbürger (22, 33, 40 Jahre)
Der Weg der gestohlenen Fahrräder
Nach den Diebstählen wurden die Fahrräder umgehend außer Landes geschafft. Die Ermittlungen ergaben, dass die Beute systematisch nach Serbien transportiert wurde. Dort verliert sich oft die Spur der teuren Räder, die auf lokalen Märkten oder über Online-Plattformen verkauft wurden. Dieser organisierte Vertrieb machte es für die österreichischen Behörden extrem schwierig, das Diebesgut wiederzubeschaffen.
Diese Vorgehensweise ist typisch für international agierende Banden, die sich auf den Diebstahl von hochwertigen Gütern spezialisiert haben. Die schnelle Verbringung ins Ausland erschwert die polizeiliche Arbeit und macht eine Rückführung fast unmöglich.
Der Prozess am Landesgericht Salzburg
Vor Gericht zeigten sich zwei der drei Angeklagten geständig und räumten die ihnen zur Last gelegten Taten weitgehend ein. Diese Kooperation wirkte sich mildernd auf das Strafmaß aus. Der dritte Angeklagte bestritt seine Beteiligung an den Diebstählen.
„Dort zwickten sie die Schlösser der Räder, darunter E-Bikes im Wert von etlichen Tausend Euro, unter anderem per Bolzenschneider auf.“ - Staatsanwältin Ricarda Eder im Prozess
Die Staatsanwaltschaft forderte spürbare Strafen, um der Professionalität und der hohen Schadenssumme Rechnung zu tragen. Die Anklage lautete auf gewerbsmäßigen schweren Diebstahl im Rahmen einer kriminellen Vereinigung.
Rechtlicher Hintergrund: Gewerbsmäßiger Diebstahl
Von gewerbsmäßigem Diebstahl spricht man, wenn sich der Täter durch die wiederholte Begehung von Diebstählen eine fortlaufende Einnahmequelle verschaffen will. Dies führt zu einer deutlich höheren Strafandrohung als bei einem einfachen Diebstahl. Handelt es sich zudem um eine Bande, die sich zur Ausführung solcher Taten zusammengeschlossen hat, wird das Strafmaß weiter verschärft.
Die Urteile
Nach Abschluss der Beweisaufnahme fällte das Schöffengericht am Salzburger Landesgericht sein Urteil. Die drei Männer wurden zu unterschiedlichen Strafen verurteilt. Es wurden sowohl teilbedingte als auch eine rein bedingte Haftstrafe ausgesprochen.
- Der 40-jährige Hauptangeklagte erhielt eine teilbedingte Haftstrafe.
- Der 33-jährige Mittäter wurde ebenfalls zu einer teilbedingten Haftstrafe verurteilt.
- Der 22-jährige Angeklagte kam mit einer bedingten Haftstrafe und einer zusätzlichen Geldstrafe davon.
Die Urteile sind noch nicht rechtskräftig. Mit diesem Prozess konnte jedoch eine der aktivsten Gruppen im Bereich des Fahrraddiebstahls in der Region zerschlagen werden. Die Polizei hofft, dass die Verurteilungen eine abschreckende Wirkung haben und die Zahl der Diebstähle in Zukunft sinkt.





