Am Landesgericht Salzburg hat am Donnerstag ein Prozess gegen zwei Männer im Alter von 44 und 35 Jahren begonnen. Ihnen wird vorgeworfen, die Einfuhr von fast zwei Kilogramm Kokain aus Kolumbien organisiert zu haben. Der Plan soll aus einer Justizanstalt heraus entwickelt worden sein.
Der Fall steht in direktem Zusammenhang mit der bereits erfolgten Verurteilung einer 36-jährigen Salzburgerin, die als Kurierin fungieren sollte. Der Schmuggelversuch scheiterte jedoch, und die Drogen konnten sichergestellt werden.
Wichtige Fakten
- Zwei Männer (44 und 35 Jahre) stehen in Salzburg wegen Drogenhandels vor Gericht.
- Sie sollen den Schmuggel von knapp zwei Kilogramm Kokain aus Kolumbien beauftragt haben.
- Die Organisation der Tat soll aus dem Gefängnis heraus stattgefunden haben.
- Eine 36-jährige Kurierin wurde in diesem Fall bereits rechtskräftig verurteilt.
Prozessbeginn gegen mutmaßliche Drahtzieher
Vor einem Schöffengericht am Landesgericht Salzburg müssen sich seit Donnerstag zwei Einheimische verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 44-jährigen und dem 35-jährigen Mann vor, als Beteiligte einen großangelegten Kokainschmuggel geplant und in die Wege geleitet zu haben.
Laut Anklage handelt es sich um die Drahtzieher hinter einem Schmuggelversuch, der bereits Anfang Juni zur Verurteilung einer Drogenkurierin führte. Die Ermittlungen konzentrieren sich nun auf die Frage, welche Rolle die beiden Männer bei der Beschaffung und dem geplanten Vertrieb der Drogen spielten.
Ein geplatzter Deal mit weitreichenden Folgen
Der Fall kam ins Rollen, nachdem eine 36-jährige Frau aus Salzburg bei dem Versuch gefasst wurde, die Drogen nach Österreich zu bringen. Sie reiste nach Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens, um dort das Rauschgift zu übernehmen.
Das Kokain war professionell in einem speziell präparierten Koffer versteckt. Die Gesamtmenge betrug knapp zwei Kilogramm. Es handelte sich laut Gutachten um Kokain von hoher Reinheit, was auf einen erheblichen Straßenverkaufswert schließen lässt.
Details zum Schmuggelversuch
- Herkunft: Bogotá, Kolumbien
- Menge: Knapp 2 Kilogramm
- Substanz: Hochreines Kokain
- Methode: Versteckt in einem präparierten Koffer
- Ziel: Bundesland Salzburg
Die Rolle der bereits verurteilten Kurierin
Die 36-jährige Salzburgerin wurde bereits Anfang Juni dieses Jahres vom Landesgericht Salzburg zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. In ihrem Prozess gab sie Einblicke in die Vorgehensweise der Organisation. Ihre Aufgabe war es, den Koffer mit den Drogen von Kolumbien nach Salzburg zu transportieren.
Ihre Festnahme war der entscheidende Schritt, der die Ermittlungen zu den nun angeklagten Männern führte. Die Behörden konnten durch ihre Mithilfe die mutmaßliche Befehlskette nachvollziehen und die Hintermänner identifizieren.
Organisation aus der Justizanstalt
Ein besonders brisanter Aspekt des Falles ist der Vorwurf, dass die gesamte Operation von einem der Angeklagten aus dem Gefängnis heraus gesteuert wurde. Einer der Männer saß zum Zeitpunkt der Planung bereits eine Haftstrafe wegen eines anderen Deliktes ab.
Die Kommunikation mit dem Komplizen in Freiheit und der Kurierin soll über verschlüsselte Kanäle und Mittelsmänner erfolgt sein. Dies stellt die Justiz und die Ermittlungsbehörden vor besondere Herausforderungen, da die Organisation krimineller Aktivitäten aus Haftanstalten ein ernstzunehmendes Sicherheitsproblem darstellt.
Hintergrund: Kriminalität aus der Haft
Die Organisation von Straftaten aus dem Gefängnis ist kein neues Phänomen. Täter nutzen oft illegale Mobiltelefone oder codierte Nachrichten, um Kontakt zur Außenwelt zu halten und kriminelle Geschäfte fortzuführen. Die Aufdeckung solcher Netzwerke erfordert komplexe Ermittlungsarbeit und eine enge Zusammenarbeit zwischen Justizvollzug und Polizei.
Was die Angeklagten erwartet
Den beiden Männern wird die Beteiligung am Suchtgifthandel in großem Stil vorgeworfen. Das österreichische Suchtmittelgesetz sieht für Delikte dieser Größenordnung empfindliche Strafen vor. Bei einer Verurteilung drohen ihnen langjährige Haftstrafen.
Der Prozess wird voraussichtlich mehrere Verhandlungstage in Anspruch nehmen. Es müssen Zeugen gehört und Beweismittel wie Kommunikationsdaten ausgewertet werden. Die Aussagen der bereits verurteilten Kurierin werden dabei eine zentrale Rolle spielen. Ein Urteil wird in den kommenden Wochen erwartet.
Die Verteidiger der Angeklagten haben sich zu Beginn des Prozesses noch nicht zu den Vorwürfen geäußert. Es bleibt abzuwarten, welche Strategie sie im Laufe der Verhandlung verfolgen werden. Der Ausgang des Verfahrens wird zeigen, ob die Staatsanwaltschaft die Schuld der Männer zweifelsfrei nachweisen kann.





