Die Nachfrage nach Energieberatungen im Bundesland Salzburg ist in den letzten Monaten sprunghaft angestiegen. Grund dafür ist die Freigabe der Bundesförderungen für Heizungstausch und Sanierungen, die bei vielen Hausbesitzern für dringenden Handlungsbedarf sorgt. Während die Salzburgerinnen und Salzburger ihre Häuser winterfest machen wollen, sorgt eine Budgetkürzung seitens der Landesregierung für politische Diskussionen.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Anzahl der Energieberatungen in Salzburg hat sich in den letzten zwei Monaten verdreifacht.
- Auslöser ist die Freigabe von Bundesfördermitteln für Heizungstausch und Sanierung Ende November.
- Für den Erhalt der Förderung ist ein offizielles Beratungsprotokoll zwingend erforderlich.
- Die Grünen kritisieren eine Kürzung des Landesbudgets für Energieberatungen trotz des hohen Bedarfs.
Ein Ansturm auf Beratungstermine
Seit Ende November erleben die Energieberater in Salzburg einen nie dagewesenen Andrang. Allein in den vergangenen beiden Monaten wurden rund 550 Beratungstermine absolviert. Das ist eine Verdreifachung im Vergleich zu den Vormonaten.
Der Grund für diesen plötzlichen Anstieg ist die Aktivierung der lang erwarteten Bundesförderung „Sauber Heizen für alle“ sowie weiterer Sanierungszuschüsse. Wer von diesen finanziellen Hilfen profitieren möchte, muss vor der Antragstellung ein detailliertes Beratungsprotokoll vorlegen. Dieses Dokument ist der Schlüssel zur Förderung und bestätigt, dass die geplanten Maßnahmen professionell bewertet wurden.
Was ist eine Energieberatung?
Die Energieberatung Salzburg ist ein kostenloser Service, der vom Land Salzburg gemeinsam mit der Salzburg AG angeboten wird. Experten analysieren vor Ort den energetischen Zustand eines Gebäudes und erstellen einen individuellen Maßnahmenplan. Themen sind unter anderem Heizungsoptimierung, Dämmung, Fenstertausch und der Einsatz erneuerbarer Energien. Ziel ist es, den Energieverbrauch zu senken und die Wohnqualität zu verbessern.
Zeitdruck für Sanierungswillige
Georg Thor, der Leiter der Energieberatung Salzburg, rät allen, die für dieses Jahr eine Sanierung oder einen Heizungstausch planen, zur Eile. „Wer eine Förderung in Anspruch nehmen will, sollte sich so schnell wie möglich für eine Beratung registrieren“, betont Thor. Der Andrang sei so groß, dass die Wartezeiten für Termine zunehmen.
Die Dringlichkeit wird durch den Status der Fördertöpfe unterstrichen. Berichten zufolge ist das für das Jahr 2026 vorgesehene Budget bereits zur Hälfte aufgebraucht. Dies zeigt, wie hoch der Investitionsbedarf und das Interesse an energetischen Sanierungen in der Bevölkerung sind. Eine schnelle Registrierung sichert die Chance auf die begehrten Zuschüsse.
Politische Debatte um Budgetkürzungen
Während die Nachfrage explodiert, sorgt eine Entscheidung der Landesregierung für Unverständnis bei den Grünen. Im Landesbudget für das kommende Jahr wurden die Mittel für die Energieberatung von ursprünglich 918.500 Euro auf 800.000 Euro reduziert. Bereits im Vorjahr hatte es eine Kürzung gegeben.
Kürzung im Detail
Das Budget für Energieberatungen wurde für das kommende Jahr um rund 13 % gekürzt. Die Mittel sanken von 918.500 Euro auf 800.000 Euro. Kritiker befürchten, dass dadurch die Kapazitäten nicht ausreichen werden, um die hohe Nachfrage zu decken.
Martina Berthold, Klubobfrau der Salzburger Grünen, kritisiert diesen Schritt scharf. Ihrer Ansicht nach sendet die Regierung damit ein völlig falsches Signal.
„Die Menschen in Salzburg wollen sanieren, ihre Energiekosten senken und einen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Das müsste die Landesregierung unterstützen, statt zu kürzen.“
Berthold argumentiert, dass die Energieberatung der Schlüssel sei, um Sanierungen überhaupt erst anzustoßen. „Wer saniert, spart langfristig Geld, senkt den Energieverbrauch und schützt das Klima“, erklärt sie. Sie fordert ein Umdenken der Landesregierung und eine ausreichende finanzielle Ausstattung der Beratungsstellen. „Energieberatungen sind eine Investition in leistbares Leben“, so Berthold abschließend.
Praktische Tipps für den Winter
Unabhängig von großen Sanierungsvorhaben und Förderungen gibt es einfache Maßnahmen, mit denen jeder Haushalt sofort Energie und Geld sparen kann. Die Experten der Energieberatung geben dazu immer wieder nützliche Ratschläge für den Alltag.
Gerade in kalten Perioden ist richtiges Heizen und Lüften entscheidend, um hohe Kosten und Schimmelbildung zu vermeiden. Folgende Tipps helfen dabei:
- Heizkörper entlüften: Befindet sich Luft im Heizkörper, kann das warme Wasser nicht richtig zirkulieren. Ein Gluckern ist ein typisches Anzeichen. Regelmäßiges Entlüften sorgt für eine effiziente Wärmeabgabe.
- Luftfeuchtigkeit kontrollieren: Die relative Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen sollte idealerweise zwischen 40 und 60 Prozent liegen. Höhere Werte begünstigen Schimmel. Ein Hygrometer hilft bei der Überwachung.
- Stoßlüften statt Kipplüften: Öffnen Sie Fenster für fünf bis zehn Minuten vollständig, anstatt sie über Stunden gekippt zu lassen. So wird die Luft schnell ausgetauscht, ohne dass Wände und Möbel auskühlen.
- Türen geschlossen halten: Halten Sie die Türen zwischen unterschiedlich beheizten Räumen geschlossen, damit die Wärme dort bleibt, wo sie gebraucht wird.
Diese einfachen Verhaltensänderungen können die Heizkosten bereits spürbar senken und tragen zu einem gesünderen Wohnklima bei. Für eine umfassende Analyse der eigenen vier Wände bleibt die professionelle Energieberatung jedoch der wichtigste Ansprechpartner.





