Der Januar 2025 brachte für Salzburg eine Reihe von tiefgreifenden Ereignissen, die von einem politischen Paukenschlag in der Landesregierung über kritische Infrastrukturarbeiten bis hin zu emotionalen Momenten in Kirche und Sport reichten. Ein Rücktritt an der Spitze des Landes, intensive Sanierungsarbeiten nach einem Tunneleinsturz und historische sportliche Leistungen prägten den ersten Monat des Jahres.
Das Wichtigste im Überblick
- Politischer Wechsel: Landeshauptmann Wilfried Haslauer kündigte seinen Rücktritt an; Karoline Edtstadler soll seine Nachfolge antreten.
- Infrastruktur-Krise: Nach einem teilweisen Einsturz liefen die Sanierungsarbeiten am Tauernbahntunnel auf Hochtouren.
- Kirchliche Trauer: Die Erzdiözese Salzburg nahm Abschied vom emeritierten Weihbischof Andreas Laun.
- Sportgeschichte: Noah Kallan aus Eben debütierte als erster Salzburger im Rodel-Weltcup.
- Neue Gesetze: Ein neues Glücksspielgesetz zur Eindämmung illegaler Automaten wurde vorgestellt.
Ein politisches Beben in der Salzburger Landesregierung
Der wohl bedeutendste Moment des Monats ereignete sich am 9. Januar 2025, als Landeshauptmann Wilfried Haslauer überraschend seinen Rücktritt ankündigte. Diese Entscheidung markiert das Ende einer Ära in der Salzburger Landespolitik. Haslauer, der die Geschicke des Bundeslandes über Jahre hinweg lenkte, erklärte, dass er sein Amt im Sommer niederlegen werde.
Als designierte Nachfolgerin wurde Karoline Edtstadler benannt. Die Ankündigung löste landesweit intensive Diskussionen über die zukünftige politische Ausrichtung Salzburgs aus. Der geordnete Übergang, der für den Sommer geplant ist, soll Stabilität gewährleisten und einen reibungslosen Wechsel an der Spitze der Landesregierung ermöglichen.
Bedeutung des Wechsels
Der Wechsel von Wilfried Haslauer zu Karoline Edtstadler stellt einen Generationenwechsel und eine strategische Neuausrichtung dar. Beobachter erwarten, dass mit Edtstadler neue politische Schwerpunkte gesetzt werden, insbesondere im Hinblick auf die Beziehungen zur Bundesregierung und europäische Themen.
Herausforderung am Tauernbahntunnel
Während in der Politik die Weichen für die Zukunft gestellt wurden, kämpften Ingenieure und Arbeiter im Pongau mit einer unmittelbaren Krise. Nach dem Einsturz eines sieben Meter langen Abschnitts des Tunnelgewölbes liefen die Sanierungsarbeiten am Nordportal des Tauernbahntunnels in Bad Gastein auf Hochtouren.
Die Arbeiten waren von höchster Dringlichkeit, da der Tunnel eine der wichtigsten Nord-Süd-Verkehrsadern auf der Schiene darstellt. Der Vorfall unterstrich die Verletzlichkeit kritischer Infrastruktur und die Notwendigkeit kontinuierlicher Instandhaltungsmaßnahmen. Die ÖBB und das Bauunternehmen Swietelsky arbeiteten unter Hochdruck daran, die Sicherheit wiederherzustellen und die wichtige Verbindung so schnell wie möglich wieder vollständig freizugeben.
Die Sanierung gestaltete sich als komplexes Unterfangen, das höchste Präzision und umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen erforderte, um weitere Vorfälle zu verhindern und die Arbeiter vor Ort zu schützen.
Abschied, Sportgeschichte und neue Gesetze
Der Januar war auch ein Monat der Kontraste, der von Trauer, Stolz und regulatorischen Neuerungen geprägt war.
Die Kirche trauert um Andreas Laun
Die Erzdiözese Salzburg begann das Jahr in Trauer. Der emeritierte Weihbischof Andreas Laun verstarb am Silvesterabend im Alter von 82 Jahren. Laun hatte 22 Jahre lang im Dienst der Diözese gestanden und war eine bekannte, wenn auch teils umstrittene Persönlichkeit des kirchlichen Lebens. Sein Tod löste bei vielen Gläubigen und Wegbegleitern große Betroffenheit aus.
Ein Leben im Dienst der Kirche
Andreas Laun war von 1995 bis 2017 Weihbischof in Salzburg. Seine Amtszeit war geprägt von seinem Engagement in theologischen Debatten und seiner klaren Haltung zu gesellschaftlichen Fragen.
Historischer Erfolg im Rodelsport
Für einen Moment des Stolzes sorgte der junge Athlet Noah Kallan aus Eben im Pongau. Er schrieb Salzburger Sportgeschichte, als er als erster Athlet des Bundeslandes im Rodel-Weltcup an den Start ging. Bei seinem Debüt zeigte er eine beeindruckende Leistung und erreichte den zwölften Platz. Dieser Erfolg brachte ihm nicht nur Anerkennung, sondern auch 32 wertvolle Weltcuppunkte ein – ein vielversprechender Start für seine internationale Karriere.
Regulierung des Glücksspiels
Auf legislativem Gebiet wurde ein wichtiger Schritt zur Bekämpfung von illegalem Glücksspiel und zur Stärkung des Spielerschutzes unternommen. Die Landesregierung stellte den Entwurf für ein neues Salzburger Glücksspielautomatengesetz vor. Das Gesetz, das 2026 in Kraft treten soll, zielt darauf ab, die Zahl illegaler Automaten zu reduzieren und strengere Auflagen für Betreiber einzuführen. Es befindet sich derzeit in der Begutachtungsphase, in der Interessenvertreter und die Öffentlichkeit Stellungnahmen abgeben können.
Kulturelle Anerkennung für Salzburger Talent
Auch die heimische Musikszene hatte Grund zur Freude. Die aus Abtenau im Tennengau stammende Musikerin Anna Buchegger erhielt eine bedeutende Anerkennung für ihre Arbeit. Sie wurde gleich in zwei Kategorien für den renommierten Amadeus Austrian Music Award nominiert.
Diese Nominierungen sind ein Beleg für ihr künstlerisches Talent und ihren wachsenden Einfluss in der österreichischen Musiklandschaft. Für die junge Künstlerin und die gesamte Region Tennengau war dies ein Moment großer Freude und Bestätigung.





