Das innovative Salzburger Projekt „Zeitreise-Küche“, bei dem Generationen durch gemeinsames Kochen und Backen verbunden werden, wurde von der Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg mit dem diesjährigen Kinderrechtepreis ausgezeichnet. Die Initiative des „Team Vielfalt“ der Stadt Salzburg fördert den Austausch zwischen Jung und Alt und macht die Teilhabe von Kindern und Jugendlichen auf kreative Weise erlebbar.
Das Wichtigste in Kürze
- Auszeichnung: Das Projekt „Zeitreise-Küche“ erhält den Kinderrechtepreis der Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg.
- Konzept: Kinder, Jugendliche und Senioren kochen und backen gemeinsam, um voneinander zu lernen und Traditionen auszutauschen.
- Träger: Die Initiative wurde vom „Team Vielfalt“ der Stadt Salzburg ins Leben gerufen und hat sich als erfolgreiches Format etabliert.
- Ziel: Stärkung der Kinderrechte, Förderung der Teilhabe und des generationenübergreifenden Dialogs.
Ein Preis für gelebte Teilhabe
In Salzburg wurde eine besondere Initiative für ihr Engagement gewürdigt. Die Kinder- und Jugendanwaltschaft (kija) Salzburg hat das Projekt „Zeitreise-Küche“ mit dem renommierten Kinderrechtepreis ausgezeichnet. Diese jährliche Ehrung rückt Projekte ins Licht, die sich in besonderem Maße für die Stärkung und Sichtbarkeit von Kindern und Jugendlichen einsetzen.
Die „Zeitreise-Küche“ ist mehr als nur ein Kochkurs. Sie ist ein lebendiger Treffpunkt, an dem verschiedene Generationen zusammenkommen. Kinder und Jugendliche treffen auf Seniorinnen und Senioren, um gemeinsam zu kochen, zu backen und dabei kulinarische Traditionen wiederzuentdecken. Es ist ein Raum des Austauschs, in dem Rezepte und Lebensgeschichten von Hand zu Hand weitergegeben werden.
Wenn Jung und Alt gemeinsam am Herd stehen
Das Konzept des Projekts, das vom „Team Vielfalt“ der Stadt Salzburg entwickelt wurde, ist einfach und wirkungsvoll. In einer entspannten Atmosphäre werden alte Rezepte aus Omas Kochbuch wiederbelebt, während gleichzeitig neue, moderne Gerichte ausprobiert werden. Die Jüngeren bringen digitale Rezept-Apps mit, die Älteren ihre handgeschriebenen Notizen und jahrzehntelange Erfahrung.
Dieser Austausch geht weit über das reine Kochen hinaus. Während Teig geknetet und Gemüse geschnitten wird, entstehen Gespräche. Die Senioren erzählen von ihrer Kindheit, von Festen und Traditionen, die mit bestimmten Speisen verbunden sind. Die Kinder und Jugendlichen hören zu, fragen nach und teilen ihre eigenen Erfahrungen. So entsteht ein tiefes gegenseitiges Verständnis.
Was ist der Kinderrechtepreis?
Der Kinderrechtepreis wird jährlich von der Kinder- und Jugendanwaltschaft Salzburg vergeben. Er zeichnet Personen, Gruppen oder Institutionen aus, die sich vorbildlich für die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention im Bundesland Salzburg einsetzen. Der Preis soll die öffentliche Aufmerksamkeit auf die Bedürfnisse und Rechte von jungen Menschen lenken und vorbildliche Projekte sichtbar machen.
Mehr als nur Rezepte austauschen
Die „Zeitreise-Küche“ schafft es, mehrere wichtige Ziele zu verbinden. Zum einen fördert sie die praktischen Fähigkeiten der jungen Teilnehmer im Umgang mit Lebensmitteln. Zum anderen stärkt sie das soziale Miteinander und baut Brücken zwischen den Generationen, die im Alltag oft nur wenige Berührungspunkte haben.
Durch das gemeinsame Tun erfahren die Kinder und Jugendlichen Wertschätzung für die Lebenserfahrung der Älteren. Umgekehrt profitieren die Senioren von der Energie und den neuen Perspektiven der jungen Generation. Das Projekt bekämpft so aktiv Einsamkeit im Alter und fördert gleichzeitig das Selbstbewusstsein der Jüngeren.
Stimmen aus der Politik und Bedeutung für die Stadt
Die politische Anerkennung für das Projekt ist groß. Stadträtin Andrea Brandner betonte die Wichtigkeit solcher Initiativen für die städtische Gemeinschaft. Sie hob hervor, dass Kinder und Jugendliche ein Recht darauf haben, gehört und ernst genommen zu werden.
„Die ‚Zeitreiseküche‘ zeigt, wie lebendig Teilhabe aussehen kann: Durch eigenes Erforschen, Ausprobieren und Mitgestalten. Ich freue mich sehr über diese Anerkennung, denn sie macht sichtbar, wie wichtig solche Bildungsprojekte für unsere Stadt sind.“
Diese Aussage unterstreicht den pädagogischen Wert des Projekts. Es geht nicht nur darum, Kinder zu beschäftigen, sondern ihnen aktive Mitgestaltungsmöglichkeiten zu geben. Sie sind nicht nur Konsumenten, sondern Akteure, die ihre Umgebung und das soziale Gefüge mitformen.
Generationen im Dialog
- Wissens-Transfer: Ältere geben traditionelles Kochwissen weiter, Jüngere bringen oft neue Techniken oder digitale Hilfsmittel ein.
- Sozialer Kitt: Gemeinsame Aktivitäten stärken den Zusammenhalt in der Nachbarschaft und in der Stadt.
- Abbau von Vorurteilen: Der direkte Kontakt hilft, gegenseitige Klischees zwischen den Generationen abzubauen.
Ein erfolgreiches Modell mit Zukunft
Seit ihrem Start hat sich die „Zeitreise-Küche“ als ein überaus beliebtes und erfolgreiches Format in Salzburg etabliert. Die Nachfrage nach den gemeinsamen Kochterminen ist hoch, was den Bedarf an solchen generationenübergreifenden Angeboten verdeutlicht. Das „Team Vielfalt“ der Stadt hat hier eine Initiative geschaffen, die weit über die Stadtgrenzen hinaus als Vorbild dienen kann.
Der Kinderrechtepreis ist nun eine offizielle Bestätigung für die wertvolle Arbeit, die hier geleistet wird. Er würdigt nicht nur die Organisatoren, sondern auch alle Teilnehmer – von den jüngsten Köchen bis zu den erfahrensten Seniorinnen –, die das Projekt mit Leben füllen.
Die Auszeichnung könnte dem Projekt weiteren Auftrieb geben und möglicherweise zur Entwicklung ähnlicher Formate in anderen Stadtteilen oder sogar in anderen Gemeinden führen. Sie beweist, dass manchmal die einfachsten Ideen – wie das gemeinsame Kochen – die größte soziale Wirkung entfalten können.





