Die Stadt Salzburg stellt die Weichen für die nächsten 25 Jahre. Ein neuer Entwurf für das Räumliche Entwicklungskonzept (REK) liegt vor und sorgt bereits für intensive Diskussionen. Das Dokument soll die langfristige Stadtentwicklung steuern, doch vor allem die geplante Umwidmung von Grünflächen für den Wohnbau stößt auf Widerstand.
Das Wichtigste in Kürze
- Das neue Räumliche Entwicklungskonzept (REK) soll die Stadtentwicklung Salzburgs für die kommenden 25 Jahre festlegen.
- Ein zentraler Streitpunkt ist die geplante Umwidmung von rund zehn Hektar Grünland im sogenannten "Erdbeerland" in Aigen für den Wohnungsbau.
- ÖVP und FPÖ kritisieren den Entwurf und bemängeln eine zu starke Ausrichtung gegen den Autoverkehr sowie fehlende Impulse für die Wirtschaft.
- Bürger können noch bis zum 12. Dezember Einwendungen gegen den Plan einbringen. Bisher sind rund 40 offizielle Einwendungen eingegangen.
Ein Plan für die Zukunft der Stadt
Das Räumliche Entwicklungskonzept ist mehr als nur ein technisches Dokument. Es ist die strategische Grundlage dafür, wie sich Salzburg in den nächsten Jahrzehnten entwickeln wird. Der Plan legt fest, welche Flächen für Wohnungen, Gewerbebetriebe oder Verkehrswege genutzt werden dürfen und welche als Grünland geschützt bleiben müssen.
Damit berührt das REK grundlegende Fragen des städtischen Lebens: Wo entsteht neuer Wohnraum? Wie wird die Wirtschaft gefördert? Und wie wird der Verkehr der Zukunft organisiert? Ziel ist es, eine nachhaltige und lebenswerte Entwicklung für die wachsende Stadt zu sichern.
Was regelt das REK?
Das REK ist das übergeordnete Planungsinstrument der Stadt Salzburg. Es definiert die langfristigen Ziele der Raumordnung und gibt den Rahmen für nachfolgende Bebauungspläne vor. Konkret geht es um die Ausweisung von Bauland, die Sicherung von Freiflächen und die Steuerung der Siedlungsentwicklung.
Großes Interesse und erste Widerstände
Das Interesse der Salzburger Bevölkerung an der Zukunft ihrer Stadt ist groß. Laut Angaben der Stadtverwaltung haben rund 600 Personen die bisherigen vier Informationsveranstaltungen zum REK-Entwurf besucht. Das entspricht einem Durchschnitt von etwa 150 Teilnehmern pro Abend.
Gleichzeitig formiert sich politischer Widerstand. Im Gemeinderat kündigten ÖVP und FPÖ an, dem vorliegenden Entwurf nicht zustimmen zu wollen. Ihre Hauptkritikpunkte sind eine ihrer Meinung nach zu starke Benachteiligung des Individualverkehrs und eine unzureichende Berücksichtigung der wirtschaftlichen Entwicklung.
Bis jetzt sind bei der Stadt bereits rund 40 offizielle Einwendungen von Bürgern und Interessengruppen eingegangen. Diese Zahl zeigt, dass der Entwurf in seiner jetzigen Form noch viele Fragen aufwirft und kontrovers diskutiert wird.
Der Streit um das "Erdbeerland" in Aigen
Ein besonders emotional diskutiertes Thema ist die Zukunft des sogenannten "Erdbeerlandes" im Stadtteil Aigen. Der REK-Entwurf sieht vor, eine etwa zehn Hektar große, bisher als geschütztes Grünland deklarierte Fläche für den Wohnbau freizugeben. Angesichts des angespannten Wohnungsmarktes in Salzburg ist die Schaffung von neuem Wohnraum ein zentrales Anliegen der Stadtpolitik.
Die geplante Bebauung einer so prominenten Grünfläche sorgt jedoch für heftige Kritik. Gegner des Vorhabens befürchten den Verlust eines wichtigen Naherholungsgebietes und eine weitere Versiegelung von wertvollem Boden. Die Stadt argumentiert, dass als Ausgleich andere, gleichwertige Grünflächen in die Schutzkategorie aufgenommen werden sollen.
Fakten zum "Erdbeerland"
- Fläche: ca. 10 Hektar
- Lage: Stadtteil Aigen, im Süden Salzburgs
- Aktueller Status: Geschütztes Grünland
- Geplante Nutzung: Wohnbau
Wie geht es weiter?
Der Entwurf des neuen Räumlichen Entwicklungskonzepts liegt noch bis zum 12. Dezember öffentlich zur Einsicht auf. Bürger haben die Möglichkeit, die Pläne an mehreren Orten einzusehen und ihre Bedenken oder Vorschläge in Form einer Einwendung offiziell zu deponieren.
Zu den Auslegungsorten gehören:
- Das Stadtservice im Schloss Mirabell
- Die Stadtbibliothek in Lehen
- Die Bewohner-Service-Stellen der Stadt
Zusätzlich sind alle Unterlagen auch online auf der Webseite der Stadt Salzburg abrufbar. Nach Ablauf der Frist werden die eingegangenen Einwendungen geprüft. Die endgültige Entscheidung über das REK soll im kommenden Jahr im Salzburger Gemeinderat fallen. Es bleibt abzuwarten, welche der strittigen Punkte bis dahin noch angepasst werden.





