Die Pläne der Stadt Salzburg für ein neues Räumliches Entwicklungskonzept (REK) stoßen auf massiven Widerstand. Die Umlandgemeinden Elsbethen und Grödig wehren sich entschieden gegen die geplante Verbauung von wertvollen Grünflächen am südlichen Stadtrand. Im Zentrum der Kritik steht die Sorge vor dem Verlust wichtiger Naherholungsgebiete und einer Zunahme des Verkehrs.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Stadt Salzburg plant im Rahmen des neuen REK die Umwidmung von Grünland in Bauland im Stadtteil Aigen.
- Die Nachbargemeinden Elsbethen und Grödig lehnen diese Pläne einstimmig ab.
- Kritiker befürchten den Verlust von Naherholungsräumen, eine höhere Verkehrsbelastung und negative Auswirkungen auf die Lebensqualität.
- Die Initiative „Grünland Salzburg“ unterstützt den Widerstand der Gemeinden und fordert den Erhalt der unverbauten Flächen.
Einheitlicher Widerstand aus dem Umland
Die Pläne der Stadt Salzburg, im Zuge der Neuaufstellung des Räumlichen Entwicklungskonzepts (REK) bisher unberührte Grünflächen für die Bebauung freizugeben, sorgen für erhebliche Spannungen mit den Nachbargemeinden. Besonders die Gemeinde Elsbethen positioniert sich klar gegen die Vorhaben, die Flächen am Stadtrand von Aigen betreffen.
Der Elsbethener Bürgermeister Matthias Herbst (ÖVP) betont, dass der Widerstand in seiner Gemeinde parteiübergreifend getragen wird. Alle Fraktionen stünden geschlossen hinter der Forderung, die Grünflächen zu erhalten. Ähnliche Töne kommen aus der südwestlich gelegenen Gemeinde Grödig, die ebenfalls negative Auswirkungen durch die städtischen Erweiterungspläne befürchtet.
Was ist das Räumliche Entwicklungskonzept (REK)?
Das REK ist das wichtigste strategische Planungsinstrument einer Gemeinde. Es legt langfristig fest, wie sich die Stadt entwickeln soll. Darin wird definiert, welche Flächen für Wohnen, Gewerbe, Verkehr oder als Freiflächen vorgesehen sind. Eine Umwidmung von Grünland in Bauland ist eine weitreichende Entscheidung, die das Stadtbild und die Lebensqualität für Jahrzehnte prägt.
Die strittigen Flächen in Aigen
Konkret geht es um größere, bisher landwirtschaftlich genutzte oder naturbelassene Flächen im Süden des Stadtteils Aigen. Diese Areale bilden einen wichtigen Puffer zwischen der dichten städtischen Bebauung und den ländlich geprägten Strukturen der Umlandgemeinden. Für die Bewohner beiderseits der Stadtgrenze dienen sie als wertvolle Naherholungsgebiete und Kaltluftschneisen.
Die Initiative „Grünland Salzburg“, ein Zusammenschluss besorgter Bürger, hat die zur Verbauung vorgesehenen Flächen visualisiert und warnt eindringlich vor den Folgen. Sie argumentieren, dass eine Bebauung dieser letzten großen Grünreserven im Süden der Stadt einen unwiederbringlichen Verlust bedeuten würde. Die Lebensqualität in den angrenzenden Siedlungen würde durch die zunehmende Verdichtung und den damit verbundenen Verkehrsanstieg erheblich leiden.
Fakt ist: Der Schutz von Grünland ist ein zentrales Thema in der Raumplanung. Solche Flächen sind nicht nur für die Erholung wichtig, sondern auch für das lokale Klima, die Artenvielfalt und den Hochwasserschutz.
Argumente der Gegner: Verkehr, Lebensqualität und Natur
Die Hauptargumente der Gegner sind vielfältig und berühren zentrale Aspekte des städtischen und gemeindlichen Lebens. Die Sorgen lassen sich in drei Kernbereiche unterteilen:
- Verkehrsbelastung: Neue Wohngebiete würden unweigerlich zu mehr Verkehr führen. Die bereits jetzt stark belasteten Zufahrtsstraßen aus dem Süden in die Stadt Salzburg könnten den zusätzlichen Pendlerverkehr kaum bewältigen.
- Verlust von Lebensqualität: Die Grünflächen dienen als „grüne Lunge“ und sind für Spaziergänger, Radfahrer und Familien unverzichtbar. Eine Verbauung würde diesen Erholungswert zerstören.
- Ökologische Folgen: Die Versiegelung von Böden hat negative Auswirkungen auf den Wasserhaushalt und das Mikroklima. Zudem würden wichtige Lebensräume für Tiere und Pflanzen verloren gehen.
„Wir können nicht zusehen, wie die letzten freien Flächen am Stadtrand zubetoniert werden. Diese Entscheidung würde nicht nur uns in Elsbethen, sondern auch die Bewohner der Stadt Salzburg selbst treffen“, so die einhellige Meinung aus der Nachbargemeinde.
Wie geht es weiter im Konflikt um das REK?
Die klare Positionierung der Umlandgemeinden erhöht den Druck auf die Stadtpolitik, die Pläne im REK-Entwurf noch einmal zu überdenken. Die Stadtverwaltung steht vor der Herausforderung, den Bedarf an neuem Wohnraum mit den Notwendigkeiten des Klima- und Landschaftsschutzes in Einklang zu bringen.
Der nun öffentlich ausgetragene Konflikt zeigt, dass raumplanerische Entscheidungen nicht an den Stadtgrenzen enden. Die Entwicklung der Stadt hat direkte Auswirkungen auf das gesamte Umland. Es wird erwartet, dass die Diskussion in den kommenden Wochen und Monaten an Schärfe zunimmt, während die politischen Gremien der Stadt Salzburg über die endgültige Fassung des Entwicklungskonzepts beraten.
Die Initiative „Grünland Salzburg“ hat bereits weitere Aktionen angekündigt, um die Bevölkerung zu mobilisieren und den Erhalt der wertvollen Flächen sicherzustellen. Der Ausgang dieser Debatte wird wegweisend für die zukünftige Stadtentwicklung und die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und ihrem Umland sein.





