Das Winterfest im Salzburger Volksgarten hat am Mittwochabend seine Zelte für die Jubiläumssaison geöffnet. Das renommierte Festival für zeitgenössischen Zirkus feiert in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen und lockt bis zum 6. Jänner wieder internationale Künstler in die Landeshauptstadt.
Das Wichtigste in Kürze
- Das Winterfest in Salzburg feiert sein 25-jähriges Jubiläum.
- Die Eröffnung erfolgte durch die französische Kompanie „Cirque Le Roux“ mit dem Stück „Entre Chiens et Louves“.
- Das Festival überwand finanzielle Schwierigkeiten nach der Pandemie und einer ausgesetzten Subvention.
- Bis zum 6. Jänner werden fünf internationale Produktionen gezeigt.
Emotionale Akrobatik zur Eröffnung
Den Auftakt des Festivals gestaltete die gefeierte französische Zirkuskompanie „Cirque Le Roux“. Mit ihrem Stück „Entre Chiens et Louves“, was auf Deutsch „Zwischen Hunden und Wölfen“ bedeutet, präsentierten die Artisten eine Show, die Akrobatik und tiefgründige Erzählung miteinander verbindet.
Die Vorstellung verwebt drei verschiedene Lebensgeschichten aus unterschiedlichen Epochen. Die tragischen Schicksale der Charaktere berühren sich im Laufe des Stücks immer wieder und schaffen eine dichte, emotionale Atmosphäre. Die Künstler setzen dabei auf mehr als nur technische Perfektion.
„Wir wollen so viel Emotion wie möglich rüberbringen. Unser Ziel ist es, Charaktere zu entwickeln, mit denen sich das Publikum identifizieren kann“, erklärte Artist Philip Rosenberg von der Kompagnie „Cirque Le Roux“ die künstlerische Absicht hinter der Darbietung.
Die nahtlosen Übergänge zwischen den einzelnen Szenen und die beeindruckende Körperbeherrschung der Artisten sorgten für einen gelungenen Start in die Jubiläumssaison.
Ein Vierteljahrhundert Zirkusgeschichte
Das diesjährige Festival markiert nicht nur eine neue Spielzeit, sondern auch ein bedeutendes Jubiläum. Vor 25 Jahren, im Jahr 2001, wurde das Winterfest ins Leben gerufen. Der Gründer, Georg Daxner, hatte die Vision, dem Salzburger Volksgarten auch in der kalten Jahreszeit Leben einzuhauchen und eine Bühne für modernen, zeitgenössischen Zirkus zu schaffen.
Das Erbe von Georg Daxner
Georg Daxner war die treibende Kraft hinter dem Winterfest. Sein Traum von einem Zirkusfestival abseits der klassischen Manege wurde schnell zur Realität. Nach seinem tragischen Unfalltod am Untersberg im Jahr 2014 übernahm ein engagierter Verein die Leitung und führte sein Lebenswerk fort, um die Begeisterung für den neuen Zirkus in Salzburg am Leben zu erhalten.
Seine Witwe und Ehrenpräsidentin des Winterfestes, Evelyne Daxner, erinnert sich an die Anfänge: „Es war eine Riesenüberraschung und große Freude, dass die Salzburgerinnen und Salzburger vom ersten Zirkus so begeistert waren.“ Diese anfängliche Begeisterung hat sich über die Jahre gehalten und das Festival zu einem festen Bestandteil des Salzburger Kulturkalenders gemacht.
Herausforderungen und der Blick nach vorn
Die jüngste Vergangenheit war für die Organisatoren nicht immer einfach. Die Pandemie erzwang 2020 eine komplette Absage des Festivals. Die darauffolgenden Jahre waren von wirtschaftlichen Herausforderungen geprägt. Aufgrund von begrenzten Sitzplätzen und geringeren Kartenverkäufen waren die finanziellen Rücklagen des Vereins bald aufgebraucht.
Zusätzlich erschwerte eine Entscheidung der Stadt Salzburg die Situation. Eine Subvention in Höhe von 50.000 Euro wurde ausgesetzt. Die Begründung war, dass das Festival in den Jahren zuvor Rücklagen von fast einer Million Euro gebildet hatte. Diese waren jedoch durch die Krisenjahre stark geschrumpft.
Festival-Fakten
- Dauer: Bis zum 6. Jänner
- Jubiläum: 25 Jahre
- Produktionen: 5 internationale Kompanien
- Ort: Volksgarten, Salzburg
Trotz dieser Turbulenzen hat das Winterfest seine Position als kultureller Fixpunkt behauptet. Der künstlerische Leiter, Robert Seguin, blickt optimistisch in die Zukunft und betont den hohen Qualitätsanspruch.
„Das ist ein Top-Niveau vom Zirkus aktuell. Meine Vision ist, jedes Jahr den neuen Zirkus zu zeigen“, so Seguin über die Ausrichtung des Festivals.
Das Programm des 25. Winterfestes unterstreicht diesen Anspruch. Bis zum 6. Jänner haben Besucher die Möglichkeit, insgesamt fünf hochkarätige internationale Produktionen zu erleben. Das Festival beweist damit einmal mehr seine Widerstandsfähigkeit und seine Bedeutung für die Kulturszene weit über die Grenzen Salzburgs hinaus.





