Die Drogenszene in Salzburg konzentriert sich offenbar zunehmend auf Minderjährige. Besonders am Salzburger Hauptbahnhof sprechen junge Männer gezielt Mädchen im Alter von 14 bis 16 Jahren an und bieten ihnen Drogen an. Diese Entwicklung hat bei Behörden und Jugendeinrichtungen große Besorgnis ausgelöst.
Die Ermittlungen laufen bereits, nachdem die Kinder- und Jugendpsychiatrie Salzburg Anzeige erstattet hat. Opfer berichten von massiver Angst, da die Täter oft gut über sie informiert sind. Die Polizei hält sich derzeit mit Details zurück, um die laufenden Untersuchungen nicht zu gefährden.
Wichtige Erkenntnisse
- Jugendliche, insbesondere Mädchen zwischen 14 und 16 Jahren, werden am Salzburger Hauptbahnhof gezielt mit Drogen angesprochen.
- Anfangs werden Drogen wie Kokain kostenlos angeboten, später werden sexuelle Gegenleistungen gefordert.
- Es kommt zu sexuellen Übergriffen, wenn die Mädchen in Wohnungen gelockt werden.
- Die Kinder- und Jugendpsychiatrie Salzburg hat Anzeige erstattet, die Ermittlungen laufen.
- Soziallandesrat Wolfgang Fürweger machte die Problematik bereits im November öffentlich.
Gezielte Ansprache Minderjähriger
Die aktuelle Situation am Salzburger Hauptbahnhof ist alarmierend. Berichten zufolge werden dort gezielt Mädchen im Alter zwischen 14 und 16 Jahren angesprochen. Die Täter sind oft arabischstämmige junge Männer, die den Mädchen Drogen anbieten. Dies stellt eine besonders perfide Strategie dar, um junge und vulnerable Personen in die Abhängigkeit zu locken.
Die Methode ist immer wieder ähnlich: Zuerst gibt es die Drogen, oft Kokain, gratis. Das Ziel ist es, die Mädchen abhängig zu machen und sie so in eine Zwangslage zu bringen. Erst später werden dann Gegenleistungen eingefordert, die oft körperlicher Natur sind. Dies führt zu einer Spirale der Ausbeutung, aus der die jungen Opfer nur schwer entkommen können.
Faktencheck
- Zielgruppe: Mädchen im Alter von 14 bis 16 Jahren.
- Angebotene Drogen: Häufig Kokain, zuerst kostenlos.
- Geforderte Gegenleistung: Später körperliche Gefälligkeiten und sexuelle Übergriffe.
Sexuelle Übergriffe in Privatwohnungen
Besonders gefährlich wird die Situation, wenn die Mädchen von den Tätern in fremde Wohnungen gelockt werden. Dort kommt es laut Aussagen der Opfer immer wieder zu sexuellen Übergriffen. Belinda Plattner von der Salzburger Kinder- und Jugendpsychiatrie schilderte die dramatische Lage in einem Gespräch mit der ZIB2.
„Mädchen haben in der Gesellschaft der Herren keinen Wert – es sind wertlose Mädchen, die sich hingeben können. Sie werden da auch entwertet – gleichzeitig werden sie auch gelockt, um sie dann in ihre Wohnungen zu bekommen. Und dann kommt es auch immer wieder, wie sie mir erzählt haben, zu sexuellen Übergriffen.“
Diese Aussage unterstreicht die gravierenden psychischen und physischen Folgen für die jungen Opfer. Die Täter nutzen die Abhängigkeit und die Vulnerabilität der Mädchen systematisch aus.
Hintergrund der Problematik
Soziallandesrat Wolfgang Fürweger (FPÖ) hatte die Problemlage am Hauptbahnhof bereits im November des vergangenen Jahres öffentlich gemacht. Die Hinweise des suchtpolitischen Beirats haben sich seither erhärtet. Dies zeigt, dass die Situation nicht neu ist, sich aber in den letzten Monaten weiter verschärft hat.
Behörden reagieren mit verstärkten Ermittlungen
Nachdem die Kinder- und Jugendpsychiatrie Salzburg nun Anzeige erstattet hat, laufen die Ermittlungen der Kriminalpolizei auf Hochtouren. Soziallandesrat Fürweger bestätigte, dass das Kinder- und Jugendhilfereferat etwa ein halbes Dutzend Hinweise gesammelt und diese Anfang Dezember der Kriminalpolizei übergeben hat.
Fürweger appelliert an die Bevölkerung: „Wenn Sie solche Dinge beobachten, schweigen Sie nicht! Informieren Sie die Behörden! Hier passieren offenbar vor unseren Augen unglaubliche Dinge.“ Diese Aufforderung ist entscheidend, um die Täter zu fassen und weitere Opfer zu schützen. Die Zusammenarbeit zwischen Bevölkerung und Behörden ist hier von größter Bedeutung.
Angst der Opfer erschwert Aufklärung
Die Opfer haben große Angst. Ein Hauptgrund dafür ist, dass die Täter in der Regel bestens über sie Bescheid wissen. Dies schafft ein Klima der Einschüchterung, das es den Mädchen schwer macht, sich den Behörden anzuvertrauen. Die Polizei hat angekündigt, keine Details zu den laufenden Ermittlungen zu nennen, um diese nicht zu gefährden.
Die Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie weitere Einrichtungen drängen die Polizei zur Eile. Jede Verzögerung könnte weitere junge Menschen in Gefahr bringen. Die Zeit drängt, um dieser gefährlichen Entwicklung Einhalt zu gebieten und die betroffenen Jugendlichen zu schützen.
Prävention und Unterstützung für Jugendliche
Um die Situation langfristig zu verbessern, sind nicht nur strafrechtliche Verfolgung, sondern auch verstärkte Präventionsmaßnahmen und Unterstützungsangebote notwendig. Schulen, Jugendzentren und soziale Einrichtungen müssen eng zusammenarbeiten, um junge Menschen über die Gefahren aufzuklären und ihnen sichere Anlaufstellen zu bieten.
- Aufklärungskampagnen: Jugendliche über die Risiken des Drogenkonsums und die Tricks von Tätern informieren.
- Niederschwellige Hilfsangebote: Anonyme Beratungsstellen und Notrufnummern, die leicht zugänglich sind.
- Verstärkte Präsenz: Mehr Sozialarbeiter und Streetworker an Hotspots wie dem Hauptbahnhof.
- Elternarbeit: Eltern für die Anzeichen von Drogenkonsum und Missbrauch sensibilisieren.
Die Gesellschaft muss ein klares Zeichen setzen, dass die Ausbeutung von Jugendlichen nicht toleriert wird. Nur durch gemeinsame Anstrengungen kann die Sicherheit und das Wohlbefinden der jungen Generation in Salzburg gewährleistet werden.





