Das Land Salzburg hat ein neues Förderprogramm ins Leben gerufen, um dem Mangel an Großtierärzten im ländlichen Raum entgegenzuwirken. Durch eine Kooperation mit der Veterinärmedizinischen Universität Wien werden gezielt Studienplätze für zukünftige Nutztierspezialisten aus der Region finanziert. Sieben Studierende haben bereits eine entsprechende Ausbildungsvereinbarung unterzeichnet.
Diese Initiative soll die tierärztliche Versorgung für landwirtschaftliche Betriebe, die Lebensmittelsicherheit und den Tierschutz langfristig sichern. Die Absolventen verpflichten sich im Gegenzug, nach ihrem Studium für mindestens drei Jahre in Salzburg zu praktizieren.
Das Wichtigste in Kürze
- Gezielte Förderung: Salzburg finanziert Studienplätze an der Vetmeduni Wien für angehende Nutztierärzte mit Salzburg-Bezug.
- Hohes Interesse: Auf die erste Ausschreibung für das Studienjahr 2025/26 gingen 15 Bewerbungen ein.
- Sieben Verträge: Sieben Kandidaten haben eine Ausbildungsvereinbarung unterschrieben und beginnen ihr Studium.
- Klare Verpflichtung: Die Absolventen müssen nach dem Studium drei Jahre in Salzburg im Nutztierbereich arbeiten.
Ein wachsendes Problem im ländlichen Raum
Die tierärztliche Versorgung von Nutztieren wie Rindern, Schweinen und Schafen ist eine tragende Säule der regionalen Landwirtschaft. Doch seit Jahren wird es immer schwieriger, Nachwuchs für die anspruchsvolle Arbeit in Großtierpraxen zu finden. Viele junge Tierärzte entscheiden sich für eine Karriere im Kleintierbereich in städtischen Gebieten.
Dieser Mangel bedroht nicht nur die Gesundheit der Tierbestände, sondern hat auch weitreichende Folgen. Ohne eine flächendeckende Versorgung sind der Tierschutz, die Überwachung von Tierseuchen und die Sicherheit von Lebensmitteln wie Fleisch und Milch gefährdet.
Warum sind Großtierärzte unverzichtbar?
Großtierärzte sind für die Landwirtschaft systemrelevant. Sie sichern die Gesundheit von Nutztieren, was direkt die Qualität und Sicherheit von Lebensmitteln beeinflusst. Zudem spielen sie eine zentrale Rolle bei der Prävention und Bekämpfung von Tierseuchen, die erhebliche wirtschaftliche Schäden verursachen können.
Salzburgs strategische Antwort auf den Mangel
Um dieser Entwicklung proaktiv zu begegnen, hat die Salzburger Landesregierung ein spezielles Förderprogramm entwickelt. In Zusammenarbeit mit der Veterinärmedizinischen Universität in Wien werden dedizierte Studienplätze für Bewerber geschaffen, die einen starken Bezug zum Bundesland Salzburg haben und eine Laufbahn im Nutztierbereich anstreben.
Das Ziel ist es, eine neue Generation von Tierärzten auszubilden, die gezielt für die Anforderungen in den ländlichen Regionen qualifiziert ist. Laut Agrar-Landesrat Josef Schwaiger ist dies ein entscheidender Schritt für die Zukunftssicherung.
„Das ist nicht nur für die Landwirtinnen und Landwirte von zentraler Bedeutung, sondern auch für die Versorgungssicherheit und den Tierschutz“, betont Agrar-Landesrat Josef Schwaiger.
Details zum Auswahlverfahren
Die Ausschreibung für das kommende Studienjahr 2025/26 stieß auf großes Interesse. Insgesamt 15 Bewerbungen gingen über die Karriereplattform des Landes ein. Die Bewerber kamen aus allen Salzburger Bezirken, aber auch aus anderen Bundesländern, was die Attraktivität des Modells unterstreicht.
Aus diesem Pool wurden zehn vielversprechende Kandidatinnen und Kandidaten zu einem persönlichen Hearing eingeladen. Am Ende des Auswahlprozesses schloss das Land Salzburg mit sieben Studieninteressierten eine verbindliche Ausbildungsvereinbarung ab.
Das Auswahlverfahren in Zahlen
- 15 eingegangene Bewerbungen
- 10 Kandidaten zum Hearing eingeladen
- 7 Ausbildungsvereinbarungen abgeschlossen
Verpflichtung für die Region
Die finanzielle Förderung durch das Land ist an klare Bedingungen geknüpft. Die Kernbedingung ist eine dreijährige Verpflichtung, nach Abschluss des Studiums im Bundesland Salzburg tätig zu sein. Diese Regelung soll sicherstellen, dass die Investition direkt der Region zugutekommt.
Die Absolventen müssen ihre Tätigkeit in einem der folgenden, für die Versorgungssicherheit kritischen Bereiche aufnehmen:
- In einer Nutztierpraxis zur Betreuung landwirtschaftlicher Betriebe
- Im Bereich der Schlachttier- und Fleischuntersuchung
- In der amtlichen Tierseuchenüberwachung
Diese Spezialisierung stellt sicher, dass genau jene Lücken gefüllt werden, die derzeit am dringendsten sind.
Ein Vorzeigemodell für Österreich
Mit diesem Ansatz gehört Salzburg gemeinsam mit Tirol zu den Vorreitern in Österreich. Beide Bundesländer haben die von der Vetmeduni Wien geforderten Kriterien für eine solche Kooperation von Anfang an vollständig erfüllt. Das Modell könnte auch für andere Regionen mit ähnlichen Herausforderungen als Vorbild dienen.
Landesrat Schwaiger sieht in dem Programm einen doppelten Gewinn. „Wir sichern damit nicht nur die Zukunft unserer Nutztierbetriebe, sondern schaffen auch attraktive berufliche Perspektiven für junge Tierärztinnen und Tierärzte mit Salzburg-Bezug“, erklärte er. Er bezeichnete das Projekt als einen Gewinn für alle Seiten.
Die Initiative ist ein langfristiges Investment in die Stabilität der ländlichen Infrastruktur und zeigt, wie durch gezielte Bildungsförderung systemrelevante Berufe gestärkt werden können.





