Für Reyhaneh Heidari war der Anfang in Österreich eine Zeit voller Herausforderungen. Heute, einige Jahre später, hat die junge Frau aus Afghanistan in Salzburg eine neue Heimat gefunden. Sie hat den Führerschein, absolviert eine Ausbildung und strebt die Staatsbürgerschaft an. Eine entscheidende Rolle auf ihrem Weg spielte eine unerwartete Begegnung: Salzburgs ehemaliger Bürgermeister Heinz Schaden unterstützte sie ehrenamtlich und wurde zu ihrem persönlichen Fahrlehrer.
Ankunft in einer fremden Welt
Die ersten Monate in Salzburg waren für Reyhaneh Heidari und ihren Mann Ahmed von Unsicherheit geprägt. Nach ihrer Flucht aus Afghanistan sahen sie sich mit einer neuen Sprache, einer fremden Kultur und einem komplexen bürokratischen System konfrontiert. Die einfachsten alltäglichen Aufgaben wurden zu großen Hürden.
"Ich habe vieles nicht verstanden und oft Fehler gemacht", erinnert sich Heidari an die Anfangszeit. Die Sprachbarriere war das größte Hindernis. Ohne Deutschkenntnisse war es schwierig, Kontakte zu knüpfen, Formulare auszufüllen oder sich einfach nur im Supermarkt zurechtzufinden.
Doch das Ehepaar gab nicht auf. Sie begannen intensiv Deutsch zu lernen und suchten aktiv den Kontakt zu Einheimischen. Diese Offenheit war der erste Schritt auf einem langen, aber erfolgreichen Weg der Integration.
Die Bedeutung von ehrenamtlichem Engagement
Die Integration von Geflüchteten ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Neben staatlichen Programmen und Sprachkursen spielt das Engagement von Freiwilligen eine entscheidende Rolle. Mentorenprogramme, Alltagsbegleitung und persönliche Unterstützung helfen Neuankömmlingen, sich schneller zurechtzufinden und soziale Netzwerke aufzubauen. Diese menschliche Komponente ist oft der Schlüssel für eine gelungene Integration.
Ein prominenter Mentor am Beifahrersitz
Eine besondere Wendung nahm Reyhaneh Heidaris Geschichte, als sie Heinz Schaden kennenlernte. Der ehemalige Salzburger Bürgermeister engagiert sich nach seinem Rückzug aus der Politik ehrenamtlich und traf so auf die junge Afghanin. Er erkannte ihren Willen und ihr Potenzial und beschloss, sie zu unterstützen.
Ein ganz konkretes Ziel war der Führerschein. Mobilität ist ein wichtiger Faktor für Unabhängigkeit und berufliche Chancen. Schaden zögerte nicht lange und bot sich als privater Fahrlehrer an. Er verbrachte zahlreiche Stunden mit Heidari im Auto, übte mit ihr das Einparken, erklärte Verkehrsregeln und bereitete sie auf die Prüfung vor.
"Mit den Deutschkursen und der Unterstützung netter Menschen wurde es leichter."
Diese Unterstützung ging weit über reine Fahrstunden hinaus. Es entstand ein Vertrauensverhältnis, das Heidari zusätzlich motivierte. Für sie war es ein Zeichen, dass sie in Salzburg willkommen ist und Menschen an sie glauben.
Meilensteine der Integration
Der bestandene Führerschein war nur einer von vielen Erfolgen. Jeder einzelne Schritt brachte Reyhaneh Heidari ihrem Ziel näher, ein selbstbestimmtes Leben in Österreich zu führen. Diese Meilensteine zeigen exemplarisch, wie Integration gelingen kann.
Schritte zum Erfolg
- Spracherwerb: Intensive Deutschkurse als Grundlage für alle weiteren Schritte.
- Führerschein: Ein Symbol für Unabhängigkeit und eine Voraussetzung für viele Berufe.
- Berufsausbildung: Der Einstieg in den österreichischen Arbeitsmarkt und die Sicherung des eigenen Lebensunterhalts.
- Staatsbürgerschaft: Das langfristige Ziel, um vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu werden.
Aktuell absolviert Heidari eine Ausbildung und arbeitet zielstrebig daran, sich beruflich zu etablieren. Ihr nächstes großes Ziel ist die österreichische Staatsbürgerschaft. Dieser Schritt würde ihre Ankunft in der neuen Heimat endgültig besiegeln.
Ein neues Zuhause in Salzburg
Heute fühlen sich Reyhaneh Heidari und ihr Mann Ahmed in Salzburg sicher und wohl. Die Stadt ist für sie zu einem echten Zuhause geworden. Die anfänglichen Schwierigkeiten sind überwunden, und sie blicken optimistisch in die Zukunft.
Die Geschichte von Reyhaneh Heidari ist ein Beispiel dafür, wie das Zusammenspiel von persönlichem Ehrgeiz und zivilgesellschaftlicher Unterstützung zu einer erfolgreichen Integration führen kann. Es zeigt, dass die Hilfe von Einzelpersonen, wie die von Heinz Schaden, einen entscheidenden Unterschied im Leben eines Menschen machen kann.
Ihr Weg ist eine Inspiration und ein Beweis dafür, dass man auch nach einer Flucht und einem schwierigen Start in einem neuen Land Fuß fassen und seine Träume verwirklichen kann. Für das Ehepaar Heidari hat in Salzburg ein neues Kapitel begonnen.





